Madrid - Real Madrid ist nach den Patzern der Konkurrenz wieder voll im Rennen um die spanische Fußball-Meisterschaft. Weil der FC Barcelona bei UD Levante ebenso nur zu einem 1:1 kam wie Atlético Madrid anschließend gegen den FC Sevilla, rückte Real bis auf einen Punkt an das Top-Duo heran.

Dabei schienen Barcelona und Stadtrivale Atlético Madrid vor wenigen Wochen noch uneinholbar enteilt. Im Spiel bei Außenseiter Levante gelang dem einfallslosen Titelverteidiger nur wenig. Innenverteidiger Gerard Piqué glich für Barcelona in der 19. Minute den Rückstand durch Loukas Vyntra (11.) aus. Doch ein Sieg sprang für Barca nicht mehr heraus. Dem Team um Superstar Lionel Messi fehlte in der Offensive der verletzte Brasilianer Neymar.

Auch Atlético Madrid verpasste es, die Tabellenführung zu übernehmen. Die Hauptstädter bleiben aufgrund der schlechteren Tordifferenz punktgleich Zweiter. Stürmer David Villa besorgte in der 18. Minute die Führung gegen den FC Sevilla, der Ex-Schalker Ivan Rakitic glich per Foulelfmeter (73.) noch aus. Bei Real Madrid dürfte man sich am Sonntagabend daher genüsslich die Hände gerieben haben.

Der Rekordmeister aus Madrid kannte keine Gnade mit dem abgeschlagenen Schlusslicht Betis Sevilla und war durch das 5:0 am Samstag der große Gewinner des Wochenendes. Für Trainer Carlo Ancelotti war es der 500. Sieg seiner Karriere. "Bumm, bumm, Madrid", titelte das Sportblatt "Marca". "Der Kantersieg lässt Real (von der Meisterschaft) träumen."

Allerdings lieferten die von fußballerischen Mängeln und vereinsinternen Querelen gebeutelten Andalusier dem Team um Cristiano Ronaldo wenig Gegenwehr. Betis-Trainer Juan Carlos Garrido musste daher am Sonntagabend nach nur siebenwöchiger Amtszeit gehen. "Real spazierte bei Betis durch eine Ruinenlandschaft", beschrieb die Zeitung "El País" das ungleiche Duell. Das Konkurrenzblatt "El Mundo" ging noch einen Schritt weiter und hielt den Madrilenen "Nekrophilie" vor: "Real verging sich an der Leiche von Betis."

Wie schwach die Gegenwehr des Tabellenletzten war, verdeutlichte wie kein Zweiter der Betis-Torwart Stephan Andersen. Bei den Treffern von Ronaldo (11. Minute) und Gareth Bale (24.) machte der Däne keinerlei Anstalten, den Ball abzuwehren, sondern blieb wie eine Steinsäule auf der Linie stehen. "Wir haben unsere Gehälter nicht verdient", räumte Mittelfeldspieler Javier Matilla nach einer Krisensitzung ein, die die Betis-Profis nach dem 0:5 abhielten.

Die weiteren Treffer für Real erzielten Karim Benzema (46.), Angel di María (62.) und Alvaro Morata (88.). Der herausragende Spieler bei den Madrilenen war indes Luka Modric. Der Kroate blüht in dieser Saison regelrecht auf, seit er nach dem Weggang von Mesut Özil und der Verletzung von Sami Khedira seinen Stammplatz im Mittelfeld sicher hat. Ancelotti wollte sich trotz des schwachen Gegners die Freude über den Kantersieg nicht nehmen lassen. "So ein Spiel sieht leicht aus, wenn es absolviert ist", dozierte der Trainer. "Aber es ist es nicht von vornherein."