Dortmund - Der Frust scheint verflogen. Anders als in den Tagen vor der Winterpause wirkt Frohnatur Jürgen Klopp vor dem Start in die Rückrunde wieder gewohnt locker. Das Comeback von Leistungsträgern hebt beim Dortmunder Trainer die Stimmung.

Schließlich hat er vor dem Duell mit dem FC Augsburg am Samstag bei der Zusammenstellung seines Kaders die Qual der Wahl. Das empfindet der zuletzt leidgeprüfte Fußball-Lehrer als Luxus: "Es wird erstmals seit langer, langer Zeit einige enge Entscheidungen geben."

Bis auf die im Februar zurückerwarteten Mats Hummels und Ilkay Gündogan sowie den Langzeitverletzten Neven Subotic stehen wieder alle Profis zur Verfügung. Das erhöht die Chance, dass es dem Champions-League-Finalisten nach zuletzt drei Heimpleiten in Serie gegen den FC Bayern (0:3), Bayer Leverkusen (0:1) und Hertha BSC (1:2) gelingt, den mäßigen Eindruck zu korrigieren. "Ich möchte nicht, das jemand nach Dortmund fährt, und mit drei Punkten rechnet. Das ist unser Fehler, dass sich das eingeschlichen hat", sagte Klopp.

Nach einer Schwächeperiode läuft der BVB Gefahr, seinen Status als zweite Kraft des deutschen Fußballs zu verlieren. Selbst das Hinrunden-Schlusslicht aus Braunschweig verbuchte in den vergangenen sechs Partien so viele Punkte (4) wie der Vierte aus Dortmund. Hinter Branchenführer FC Bayern rangieren Leverkusen und Mönchengladbach auf den Plätzen zwei und drei. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hofft auf eine Trendwende: "Ziel bleibt die direkte Qualifikation für die Champions League."

Im Trainingslager von La Manga investierte Klopp viel Zeit, um das vernachlässigte Umschaltspiel wiederzubeleben. Zumindest beim 6:1 im Testspiel am Dienstag gegen den Drittligisten Duisburg war erkennbar, dass die Profis die Vorgaben verinnerlicht haben. Offen ließ der Coach bei der Generalprobe für den Rückrundenstart jedoch, wer gegen Augsburg in der Startformation stehen wird. Vor allem auf der rechten Position in der Viererkette fällt ihm die Auswahl schwer. Der zuletzt starke Allrounder Kevin Großkreutz kam in Duisburg in der ersten, die einstige Stammkraft Lukasz Piszczek in der zweiten Hälfte zum Einsatz.

Einzig die jüngsten Schlagzeilen um Robert Lewandowski störten die weitgehend harmonische Vorbereitung. Nach dem Prügelvorwurf eines Jugendlichen gegen den künftigen Münchner hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen. "Es liegt eine Anzeige wegen Körperverletzung vor", bestätigte Dortmunds Polizeisprecher Wolfgang Wieland.

Laut Medien- und Vereinsangaben hat ein 17-jähriger BVB-Fan den polnischen Nationalspieler beleidigt. Lewandowski soll den Schüler daraufhin geschlagen haben. Das stritt der Profi auf seiner Facebook-Seite ab: "Gleichzeitig möchte ich feststellen und klar sagen, dass ich keine Gewalt gegen die Personen, die meine Privatsphäre verletzt haben, angewendet habe. Ich hoffe, es ist und bleibt ein Einzelfall und ich kann ganz in Ruhe die Rückrunde spielen und mich ausschließlich auf Borussia konzentrieren."


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