Bremen - Glücklich sah Raphael Wolf nicht aus, obwohl er der alleinige Gewinner unter den Bremer Fußballprofis war. Der zur neuen Nummer eins erkorene Keeper war beim 0:0 gegen Bundesliga-Schlusslicht Eintracht Braunschweig der einzige Werderaner, der eine fehlerfreie Leistung ablieferte.

"Ich hatte im Tor nicht viel Arbeit", kommentierte der 25-Jährige, der erst vor einer Woche von Robin Dutt zum Stammtorwart bestimmt worden war. Wolf setzte sich damit gegen seinen Kollegen Sebastian Mielitz durch. Selbstverständlich war das nicht. Immerhin hatte Wolf bei seinen ersten drei Einsätzen für die Bremer rekordverdächtige 14 Treffer kassiert. "Es war ein ganz enges Rennen", sagte der Trainer, der seine ursprüngliche Planung verwarf. Nach 13 Spielen der Hinrunde hatte Dutt den umstrittenen Mielitz aus der Schusslinie und aus dem Tor genommen. Zur Rückrunde, so kündigte Dutt damals an, werde Mielitz wieder die Nummer eins sein.

Es kam anders. Nach der Vorbereitung entschied sich der Coach für Wolf, der bereits im letzten Hinrundenspiel gegen Leverkusen ohne Gegentreffer geblieben war. "Rapha hat das so souverän gemacht, wie wir das von ihm kennen und wie wir uns das vorstellen", lobte Kapitän Aaron Hunt den Teamkollegen nach dem ansonsten enttäuschenden Spiel gegen Braunschweig. "Die Aktionen, in denen er gefordert war, hat er gut gemeistert."

Bei den beiden Kopfbällen von Eintracht-Neuzugang Havard Nielsen war Wolf zur Stelle und hielt sicher. Manager Thomas Eichin sagte dazu: "Er hat gehalten, was er halten musste." Der vor anderthalb Jahren vom österreichischen Erstligisten Kapfenberger SV zu Werder gekommene Keeper überzeugte aber vor allem mit seinem Auftreten. Ruhig und selbstbewusst wirkte Wolf, nicht so übereifrig und hibbelig wie sein Vorgänger. "Rapha hat einen stabilen Eindruck gemacht", sagte Eichin.

Dass Wolf nicht sonderlich viel zu tun bekam, lag natürlich in erster Linie an den harmlosen Angriffsbemühungen der Braunschweiger. Der Keeper lobte dennoch seine Mitspieler. "Wir haben als Team gut in der Defensive gestanden", betonte der aus Süddeutschland stammende Keeper, der vor seinem Wechsel nach Österreich fünf Jahre lang beim Hamburger SV unter Vertrag stand.

Zufrieden war Wolf trotz der eigenen Leistung nicht. "Ein Zu-Null-Spiel ist für den Torwart immer wichtig, aber ein Sieg wäre besser gewesen", kommentierte er das Remis, das sich für Werder wie eine Niederlage anfühlte.