München - Wer oder was soll die Bayern noch aufhalten bei ihrem Durchmarsch zum 24. Meistertitel? Pep Guardiola mag solche Fragen gar nicht, vorschnelle Glückwünsche lehnt er auch nach dem Sechs-Punkte-Start im neuen Jahr dankend ab.

"Ruhigbleiben ist der beste Weg", erklärte der spanische Startrainer und fügte mit ernster Miene hinzu: "Wir können auch mal ein, zwei, drei Spiele verlieren." Was bei 13 Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten Bayer Leverkusen immer noch locker zu verkraften wäre.

"In Stuttgart haben wir auch erst in der 93. Minute gewonnen", erinnerte Guardiola an den knappen 2:1-Sieg unter der Woche beim insgesamt 43. Ligaspiel der Münchner nacheinander ohne Niederlage. "Die Leute denken immer, wir müssen jedes Spiel 3:0, 4:0 gewinnen, aber das ist nicht einfach", sagte Guardiola vor dem ersten Heimspiel 2014 am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt. "Frankfurt ist international noch dabei. Das zeigt, dass sie einiges draufhaben", erklärte Nationalspieler Thomas Müller: "Aber wenn wir konzentriert und aggressiv auftreten, wird es nur einen Sieger geben." Es wäre der elfte Bayern-Dreier in Serie in der Meisterschaft.

Fehlen werden gegen die Hessen weiterhin Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger, der immer noch nicht wieder mit der Mannschaft trainieren kann, sowie Javi Martínez. Der spanische Nationalspieler soll aber nach einer Sprunggelenksblessur zum nächsten Spiel, dem Derby beim 1. FC Nürnberg, zurückkehren. Franck Ribéry und Arjen Robben werden dagegen schon gegen Frankfurt wieder zur Verfügung stehen. "Beide haben sehr gut trainiert", berichtete Guardiola, der seine Mannschaft am Freitag durchschnaufen ließ.

Die Spieler sollten noch einmal Kraft tanken vor den kommenden intensiven Wochen. "Es kommen wichtige Spiele auf uns zu, auch in der Champions League (Arsenal) und im DFB-Pokal (Hamburger SV)", betonte Guardiola. Da sei es wichtig, gegen Frankfurt "wieder einen kleinen Schritt nach vorne zu machen", bemerkte der Coach.

"Durch den engen Zeitplan vor der WM stehen wir vor vier absoluten Vollgas-Monaten", äußerte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge. Aus diesem Grund wird Guardiola auch weiterhin Woche für Woche andere Stars auf die Ersatzbank setzen, ob es ihnen passt oder nicht. "Ich muss rotieren, sonst können wir nicht um die ganzen Titel kämpfen. Wir brauchen den kompletten Kader, um wettbewerbsfähig zu sein", sagte der Coach unmissverständlich.

Unmut von Spielern wird Guardiola auf Dauer nicht dulden, auch wenn er öffentlich verkündete, er habe "kein Problem" damit, dass etwa Nationalspieler Toni Kroos nach seiner Auswechslung in Stuttgart verärgert seine Handschuhe vor die Trainerbank feuerte.

Abzuwarten bleibt, welchen Widerstand die Frankfurter den übermächtigen Bayern leisten werden. Die Hessen werden in München ohne die Stammspieler Sebastian Rode und Carlos Zambrano antreten. "Beiden droht nach der nächsten Gelben Karten eine Sperre. Wir brauchen sie am nächsten Spieltag gegen Braunschweig nötiger. Die Partie hat einen anderen Stellenwert für uns", begründete Trainer Armin Veh. Für Guardiola ist aber ohnehin entscheidender, mit welcher Einstellung seine Mannschaft ans Werk geht: "Wenn wir nicht hundert Prozent fokussiert sind, ist unser Spiel nicht super. Aber wenn wir fokussiert sind, sind wie eine sehr, sehr gute Mannschaft." Oder anders ausgedrückt: Eine meisterliche!