Mönchengladbach - Personalprobleme, eine rabenschwarze Serie und die Furcht vor einem weiteren Rückschlag bereiten Lucien Favre ausgerechnet vor seiner Jubiläumspartie einige Sorgen.

In seinem 100. Spiel als Trainer von Borussia Mönchengladbach kämpft der Schweizer in der Partie gegen Bayer Leverkusen am Freitag (20.30 Uhr) vor allem gegen die schlechte Heimbilanz. Seit 25 Jahren konnte keine Gladbacher Elf in 21 Heimspielen gegen Bayer gewinnen, zudem droht dem Favre-Team nach insgesamt vier sieglosen Spielen ein glatter Fehlstart in die Rückrunde. "Es wird Zeit, gegen Leverkusen zu gewinnen", sagte der Gladbacher Coach vor dem 64. Duell beider Teams.

Dabei muss er aber auch gegen personelle Probleme kämpfen, um sein Team nach der besten Hinrunde der Vereinsgeschichte wieder in die Spur zu bringen. Ausgerechnet die neu formierte Abwehrreihe, die sich zum Ende der Vorrunde mit einer guten Serie empfahl, muss nun zum dritten Mal nacheinander umgestellt werden.

Für den gesperrten Rechtsverteidiger Julian Korb könnte Havard Nordtveit nach vier Monaten in die Startelf zurückkehren. Zudem bangt Favre gegen den Tabellenzweiten noch um Innenverteidiger Martin Stranzl (Schleimbeutelreizung im Hüftgelenk). "Wir müssen sehen, ob es für ihn reicht", meinte Borussias Coach.

Von einem Fehlstart mag am Niederrhein keiner sprechen, zumal auch in der Hinrunde zwei der ersten drei Spiele verloren wurden. "Wir sind von einem Fehlstart weit entfernt", befand Borussen-Profi Christoph Kramer, der als Leverkusener Leihgabe in Mönchengladbach zum Stammspieler aufgestiegen ist.

Auch in der Chefetage ist man zuversichtlich, dass die Mannschaft schnell wieder ihren Rhythmus findet. "Wenn es uns gelingt, unsere Stärken, die wir in der Hinrunde gerade in den Heimspielen unter Beweis gestellt haben, abzurufen, bin ich guter Dinge, dass wir das Spiel für uns entscheiden werden", sagte Vizepräsident Rainer Bonhof.

Die Leverkusener haben den Weg aus der Ergebniskrise nach drei Niederlagen in Serie am vergangenen Wochenende mit dem 2:1-Erfolg gegen den VfB Stuttgart schon geschafft und ihre Ansprüche auf die direkte Champions-League-Qualifikation unterstrichen. "Das war ein gutes Gefühl, nach drei Niederlagen wieder drei Punkte einzufahren. Da wollen wir am Freitag nachlegen", sagte Bayer-Profi Emre Can.

Dabei hat Trainer Sami Hyypiä auch wieder personelle Alternativen. So könnten die Außenverteidigerpositionen mit Giulio Donati und Neuzugang Jose Andres Guardado neu besetzt werden. Auch Sidney Sam ist ein Kandidat für die Startelf, der Einsatz von Stefan Reinartz ist hingegen noch offen (Fersenprobleme). "Er hat nicht komplett trainiert und hat noch ein bisschen Schmerzen. Die Entscheidung fällt am Spieltag", sagte der Bayer-Coach.

Die gute Bilanz in Mönchengladbach stimmt Hyypiä weniger zuversichtlich als der Glaube an die eigenen Stärken. "Wir können mit Selbstvertrauen dort hingehen. Ich erwarte, dass alle bereit sind, von Anfang an richtig Gas zu geben, um dieses Spiel zu gewinnen. Die Statistiken sind für mich nicht wichtig", sagte der Leverkusener Trainer.