London - Die Premier League wird immer deutscher - jetzt auch auf der Trainerbank. Völlig überraschend hat der FC Fulham Felix Magath als neuen Cheftrainer präsentiert.

Der langjährige Bundesliga-Coach verkündete sein Engagement beim Tabellenletzten der ersten englischen Fußball-Liga nicht einmal 24 Stunden nach seiner viel diskutierten Absage an den Hamburger SV. Magath ist damit der erste deutsche Coach in der Premier League.

"Es geht wieder los, ich kehre in den Fußball zurück", schrieb der 60-Jährige bei Facebook. Nach der turbulenten Woche mit den täglich neuen Volten über eine mögliche Rückkehr zum abstiegsbedrohten HSV verblüffte der ehemalige Meistertrainer mal wieder die Öffentlichkeit mit der Ankündigung, es erstmals als Coach im Ausland zu versuchen.

An diesem Sonntag wird er die Herausforderung im Westen Londons antreten. 20 Punkte nach 26 Spielen sind auch für den einstmals als Retter gepriesenen "Quälix" Magath eine schwere Hypothek. Wegen des Pokalwochenendes hat der gebürtige Aschaffenburger bis zum 22. Februar Zeit, sein neues Team auf den Abstiegskampf einzuschwören. Gegner ist dann West Bromwich Albion - vier Punkte vor Fulham platziert. Eine Woche später kommt der FC Chelsea ins Craven Cottage.

Auf der Insel trifft Magath auch alte Bekannte aus der Bundesliga wieder. Die Fulham-Kicker Sascha Riether und Ashkan Dejagah lernten Magaths Methoden bereits beim VfL Wolfsburg kennen, Lewis Holtby beim FC Schalke 04. Der Nationalspieler hatte nicht immer das beste Verhältnis zu Magath. Während seiner Zeit bei den Königsblauen wurde er nach Mainz ausgeliehen und sagte später einmal: "Ich hätte kein Problem damit, wenn van Gaal kommen würde. Ich habe auch Felix Magath überlebt."

Die Vereinsbosse jedenfalls scheinen von den Qualitäten Magaths überzeugt. "Ich bin besonders beeindruckt von dem Ruf, den Felix dafür hat, in schwierigen Zeiten oft spät in einer Saison einen Club zu übernehmen und ihn dann sein Potenzial abrufen lässt - und sogar noch mehr", sagte Clubchef Shahid Khan.

Bis Oktober 2012 trainierte Magath den VfL Wolfsburg, den er vor seinem Wechsel zu Schalke in einer ersten Amtszeit 2009 sensationell zum deutschen Meistertitel geführt hatte. Auch mit dem FC Bayern wurde er zweimal nationaler Champion sowie Pokalsieger. Berühmt machten ihn seine harten Trainingsmethoden und die Rettungsmissionen bei Werder Bremen, Eintracht Frankfurt und dem VfB Stuttgart.

Bis zuletzt war Magath beim HSV als vermeintlicher Heilsbringer gehandelt worden. Doch nach dem Wirrwarr um den angezählten Trainer Bert van Marwijk, den streitenden Aufsichtsrat und den angezählten Vorstand sagte er entnervt ab. Nach einer Podiumsdiskussion zum Thema "Schach macht schlau" antwortete er am Donnerstagabend noch süffisant auf die Frage, ob man ihn bald vielleicht irgendwo anders wieder als Trainer erleben werde: "Das ist nicht auszuschließen."