Leipzig - Drittliga-Aufsteiger RasenBallsport Leipzig ist sportlich auf direktem Wege in die 2. Liga. Die Diskussionen um die dafür notwendige Lizenz reißen aber nicht ab.

Ralf Rangnick, Sportdirektor bei den von einem österreichischen Getränkehersteller maßgeblich gelenkten Leipzigern, sieht die vermeintlichen Wirren um Satzung und Statuten gelassen. "Ich sehe das Thema unaufgeregt und bin mir sicher, dass es keine Probleme geben wird. Ich weiß, wie wir da aufgestellt sind", beschwichtigte der 55-Jährige und fügte an: "Zunächst müssen wir die sportlichen Voraussetzungen schaffen."

Seit Andreas Rettig, Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), auf einem Fankongress im Januar in Berlin die Bewahrung der 50+1-Regel bekräftigte, wird über RB Leipzig und die 2. Bundesliga wieder spekuliert. Rettig hatte den Club namentlich nicht genannt. Doch wurden seine Worte als nach Leipzig gerichtet gedeutet. Die 50+1-Regel soll gewährleisten, dass die Mitglieder bei deutschen Profi-Fußball-Vereinen entscheidend mitbestimmen dürfen.

Gerade bei der Mitbestimmung gibt sich der Verein verschlossen. Bislang gibt es nur acht stimmberechtigte Mitglieder - ein Feigenblatt wie Kritiker meinen. Potenziellen neuen Mitgliedern sind hohe Hürden auferlegt. Zudem vereint ein eingesetzter Ehrenrat die Machtbefugnisse auf sich, alle drei Ehrenratler sind zugleich Vertraute der Führungsebene von Geldgeber Red Bull.

Trotz dieser Vereinsstruktur im Graubereich bestehen für Leipzig kaum Gefahren für die Lizenz. Da der Verein seine erste Mannschaft nicht in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert hat, greift die 50+1-Regel bislang nicht, wonach der Mutterverein mindestens 51 Prozent der Stimmen behalten muss. Welche Satzungsänderungen bei RB Leipzig von der DFL gefordert werden, ist unklar.

Im Januar hat es eine Jahreshauptversammlung bei RB Leipzig gegeben. "Auf der wurden die satzungsmäßigen Veränderungen auf den Weg gebracht", sagte Rainer Milkoreit, Präsident des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV), der Nachrichtenagentur dpa. Er beruft sich auf einen Bericht, der bei der Präsidiumssitzung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am 31. Januar verlesen wurde.

Zudem bestätigte der DFB auf Nachfrage, dass sich Leipzig bereits bei der Lizenzierung für die 3. Liga "zur Umsetzung von aus Sicht des DFB erforderlichen Satzungsänderungen verpflichtet hatte". Dabei wurde laut Vereinsregisterauszug in der Satzung lediglich die Verlegung des Geschäftsjahrs vom Saison- auf den Jahreszyklus geändert. Das Projekt erhielt die Lizenz für die höchste Spielklasse des DFB aber ohne Auflagen oder Bedingungen.

Die Verantwortlichen der DFL betonen, dass RB Leipzig bis zur Einreichung der Unterlagen am 1. März "seine Hausaufgaben" machen müsse. "Dann steht der Lizenz nichts im Wege. Im Vorfeld kann es aber keine Zusicherungen geben", sagt Rettig. Milkoreit glaubt hingegen: "Es wäre doch Wahnsinn, wenn RB solche Investitionen tätigt und dann nicht die Bedingungen erfüllt." Ansonsten geben sich die Offiziellen schmallippig. Auch die Geschäftsführung von RB Leipzig will sich bis zur Einreichung der Unterlagen bei der DFL nicht äußern.