Berlin - Fußball-Nationalspieler Mario Gomez will trotz seiner fünfmonatigen Verletzungspause bei der WM im Sommer eine tragende Rolle spielen.

"Ich möchte nicht das Gefühl haben, dass ich Sparringspartner für das Training bin. Ich will bei der WM etwas bewegen", sagte der 28-Jährige im Interview der "Sport Bild". Der Stürmer, der im Sommer vom FC Bayern München in die italienische Serie A gewechselt war, hatte am vergangenen Samstag beim AC Florenz sein Comeback gegen Inter Mailand gegeben.

Für die verbleibenden vier Monate bis zum WM-Start in Brasilien möchte Gomez "das Maximum aus mir herausholen". Wenn er topfit sei, wisse Bundestrainer Joachim Löw, was er an ihm habe. "Eine WM in Brasilien ist das Größte, was du als Fußballer spielen kannst. Da will ich nicht zuschauen, sondern spielen", betonte der Angreifer, der für Florenz drei Spiele absolviert, zwei Tore geschossen und sich dann verletzt hatte.

Der frühere Stürmer des FC Bayern München, der im vergangenen Sommer für rund 20 Millionen Euro in die italienische Serie A gewechselt war, hat an die Weltmeisterschaft von 2010 in Südafrika schlechte Erinnerungen. Damals fühlte sich Gomez neben dem gesetzten Miroslav Klose als Stürmer zweiter Wahl. "Ich hatte in der Rückrunde vor dieser WM bei Bayern wenig gespielt", daher sei er nicht in der besten Verfassung gewesen, sagte der Florenz-Profi und kündigte an: "Ich werde dieses Mal mit großem Willen und mit starker Form zur WM fahren."

Nach seinem verheißungsvollen Start mit zwei Toren in drei Spielen für die "Fiorentina" fiel Gomez mit Innenbandproblemen und später mit einer Sehnenentzündung im rechten Knie lange aus. "Manchmal komme ich mir noch so vor, als ob ich gestern erst angekommen bin", bemerkte er. Die lange Leidenszeit und die Ungewissheit, wann er wieder spielen könne, hätten ihm zu schaffen gemacht: "Ich habe ziemlich gelitten."

Den begonnenen Italienisch-Kurs brach Gomez in dieser Zeit ab. "Ich saß da und habe permanent nur an mein Knie gedacht und wann ich endlich wieder spielen kann", berichtete er. "Ich war gar nicht bei der Sache, so dass der Unterricht nicht viel Sinn hatte." Die Fans und der AC Florenz hätten in dieser Phase sehr gut reagiert. "Ich habe immer die Sehnsucht und die Freude in den Augen der Menschen gesehen", sagte Gomez.