Berlin - An der Tabellenspitze zieht Bayern München einsam davon. Die Bundesliga lebt von der Spannung im Abstiegskampf. Die Nachrichtenagentur dpa beschreibt die Lage bei den bedrohten Clubs vor dem 22. Spieltag.

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Hoffenheim (Platz 10, 25 Punkte, 44:44 Tore): Gesichert ist auch der Spitzenreiter der unteren Tabellenhälfte nicht, aber vor allem die beiden Heimspiele gegen den HSV (3:0) und Stuttgart (4:1) deuteten an: Wer Spieler wie Volland, Firmino und Salihovic in seinen Reihen hat, kann eigentlich nicht absteigen. Probleme bereiten dieser jungen Mannschaft aber ihre Unbeständigkeit und ihre Abwehrschwächen.


Hannover 96 (11, 24, 29:37): Nach dem guten Start unter Neu-Trainer Korkut mit zwei Siegen ist nach zwei Auswärts-Pleiten etwas Ernüchterung eingekehrt. Dennoch ist die Leistungskurve unter dem neuen Coach positiv. Mit sechs Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz ist die Ausgangsposition gut, auch wenn gegen Bayern München am Sonntag weitere Zähler nicht eingeplant werden können.


Eintracht Frankfurt (12, 21, 24:38): Die Eintracht hat den Klassenverbleib selbst in der Hand. Die nächsten Gegner sind Bremen, Stuttgart, HSV, Freiburg, Nürnberg. Die Frage ist: Wie belastbar wird Kapitän und Stratege Schwegler in diesen entscheidenden Wochen sein? Der Schweizer leidet an einer sehr schmerzhaften Rippenprellung und Knorpelfraktur, will aber mit einem speziellen Karbon-Panzer spielen.


Werder Bremen (13, 21, 25:46): Trotz der Negativ-Serie mit nur einem Sieg aus den vergangenen zehn Partien ist die Stimmung in Bremen ruhig. Die Fans stehen hinter dem Club. "Das ist unser großes Plus", sagte Kapitän Fritz. Trainer Dutt ist nicht unumstritten. Eine Entwicklung auf dem Rasen ist nicht zu erkennen. In den kommenden fünf Spielen trifft Werder auf fünf direkte Konkurrenten.


1. FC Nürnberg(14, 20, 25:36): Die verzwickte Lage hat sich nach drei Siegen aus den ersten vier Rückrundenspielen etwas entspannt. Gegen Braunschweig könnten die zuletzt verletzten Frantz und Hasebe dabei sein. Offensivmann Hlousek erwartet "ein sehr schweres Spiel, in dem wir aber unbedingt die drei Punkte behalten möchten". Es fehlen weiter die langzeitverletzten Chandler und Ginczek.


VfB Stuttgart (15, 19, 34:45): Sechs Niederlagen in Serie, zuletzt zweimal mit 1:4 vom Platz geschlichen - bei den Schwaben schrillen die Alarmglocken. Die Vereinsspitze stärkt Trainer Schneider zwar den Rücken, doch geht der Meister von 2007 auch am Samstag gegen Hertha BSC leer aus, droht dem früheren Abwehrspieler das Aus. Die Mannschaft präsentierte sich zuletzt extrem verunsichert.


SC Freiburg (16, 18, 20:40): Trainerdiskussion? Nicht im Breisgau. Eine Entlassung von Streich ist nicht denkbar, selbst wenn die Badener auf den letzten Platz abrutschen sollten. Obwohl das Team wieder auf den Relegationsplatz zurückgefallen ist, spielt der SC seit der Winterpause ohne die Dreifachbelastung Europa League und DFB-Pokal konstanter. Immerhin gab es in vier Partien vier Punkte.


Hamburger SV(17, 16, 35:51): Trainer Slomka versucht, Optimismus zu verbreiten, redet die Spieler stark. Der neue Coach hat Umfang und Intensität im Training erhöht. Dennoch: So dramatisch war die Lage noch nie. Am Samstag kommt Dortmund. Danach geht es gegen mehrere Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib: Bremen (13.), Frankfurt (12.), Nürnberg (14.), Stuttgart (15.), Freiburg (16.).


Eintracht Braunschweig(18, 15, 15:39): Die Niedersachsen haben nach dem Sieg gegen den HSV Hoffnung geschöpft. "Wir sind noch Letzter, aber wieder in der Nähe der Möglichkeiten", sagte Trainer Lieberknecht. Dass die Eintracht bereits abgeschrieben wird, kann eine Chance sein. Im Vergleich zur Konkurrenz ist der Druck nicht so stark. Der Coach sitzt fest im Sattel, selbst wenn es nicht reicht.