Dresden - Anhänger des Fußball-Zweitligisten SG Dynamo Dresden haben für einen erneuten Eklat gesorgt. Nach der 1:2-Niederlage gegen den FC St. Pauli bewarfen Heimfans den Mannschaftsbus der Hamburger mit Steinen und Flaschen.

Dabei gingen Scheiben zu Bruch, so dass der beschädigte Bus an einer Kreuzung in Stadionnähe seine Fahrt nicht fortsetzen konnte. Nach Angaben von St. Pauli und der Dresdner Polizei wurde niemand verletzt. "Wir sind heute erneut damit konfrontiert worden, dass Kriminelle den Fußball und Dynamo als Bühne missbrauchen", sagte Dynamos Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Blümel.

Die unmittelbaren Reaktionen hätten "jedoch gezeigt, dass sich unsere Fans von solch asozialem Verhalten distanzieren. Daraus ziehen wir an diesem unschönen Tag die nötige Zuversicht für unseren weiteren Weg", wurde Blümel in einer Pressemitteilung weiter zitiert.

"Die Situation war verdammt unangenehm und hat uns ziemlich schockiert", sagte St. Paulis Teammanager Christian Bönig. "Wenn man in einem Bus sitzt und weder vor noch zurück kann, ist das sehr beängstigend." Am Abend machten sich die Hamburger mit einem Ersatzbus auf den Heimweg.

Der Vorfall ereignete sich, nachdem der Bus der Hamburger bei der Abfahrt aus dem Stadiongelände anscheinend abweichend von der üblichen Strecke abgebogen war. An einer Kreuzung, an der sich eine Dresdner Fan-Kneipe befindet, wurde der Bus angegriffen. Nach dem Angriff wurde dieser in einer Seitenstraße unter Polizeiaufsicht abgestellt, bis das Ersatzfahrzeug eintraf. Das Busunternehmen wolle Strafanzeige gegen Unbekannt stellen, sagte Bönig.

Man werde den Vorfall am Montag mit Sportdirektor Rachid Azzouzi besprechen und über mögliche Schritte beraten. "Es sind dann leider immer wieder ein paar Unbelehrbare", sagte Bönig.

Damit fielen die Dynamo-Fans zum wiederholten Male negativ auf. Nach heftigen Krawallen beim Spiel bei Arminia Bielefeld hatten der Deutsche Fußball-Bund und der Ligaverband im Dezember mit einem Teil-Ausschluss der Dresdner Anhänger bei einem Auswärtsspiel gedroht. In der anschließenden Partie auf fremden Platz beim 1. FC Köln blieb es allerdings ruhig.