Frankfurt/Main - Robin Dutt ging es wie schon häufig in dieser Saison. So recht konnte der Werder-Coach nicht erklären, wie es seiner Mannschaft gelungen war, den Platz nicht als Verlierer zu verlassen.

Auch beim 0:0 gegen Eintracht Frankfurt waren die Bremer am Sonntag 90 Minuten lang deutlich unterlegen gewesen, doch weil sie die eklatanten spielerischen Schwächen zumindest mit großer Moral und riesiger Laufbereitschaft ausglichen, sammelten sie einen weiteren Punkt im Kampf gegen den Abstieg - und sehen sich vor dem brisanten Nordderby gegen den Hamburger SV am Samstag sogar gestärkt.

"Das war ein Punkt für die Moral", sagte Dutt, "wir werden sehen, wofür er am Ende noch gut ist." Immerhin verhinderten die Hanseaten, dass sich in Eintracht Frankfurt ein direkter Abstiegskonkurrent absetzen konnte. Sollte gegen den Erzrivalen aus Hamburg am kommenden Wochenende sogar ein Sieg gelingen, hätte Werder bereits sechs Zähler Vorsprung auf den HSV. Und der Klassenverbleib wäre mit einer Mannschaft zum Greifen nah, die nur bedingt den Ansprüchen an einen Erstligisten genügt.

Denn auch wenn sich die Bremer am Sonntag dafür lobten, in fast einstündiger Unterzahl den Punkt verbissen verteidigt zu haben. Schon als in der Commerzbank-Arena noch Elf gegen Elf spielten, waren die Gäste die deutlich schlechtere Mannschaft. Nach vorne brachte das Dutt-Team nahezu nichts zustande, der in der Vergangenheit für seinen Offensivgeist bekannte Club ist in dieser Saison zu einem Mauerteam geworden. Esprit und Ideen sucht man vergebens.

Doch das ist den Verantwortlichen derzeit egal, es geht nur darum, die Klasse zu sichern. Und wenn dann auch noch der große Rivale aus der anderen Hansestadt den Gang in die Zweitklassigkeit antreten müsste, wäre das Glück an der Weser wohl perfekt. "Welche Bedeutung dieses Derby für den Verein und die ganze Stadt hat, habe ich schon im Hinspiel erlebt", sagte Dutt. Damals siegte Werder durch zwei Treffer von Nils Petersen mit 2:0.

In den kommenden Tagen wird sich die Stimmung zwischen den beiden Rivalen weiter hochschaukeln, dessen ist sich Bremens Geschäftsführer Thomas Eichin bewusst. Er warnte deshalb davor, das Derby zu überhöhen. "Wir müssen das Duell annehmen, es aber auch nicht überladen. Wir müssen mit kontrollierter Aggressivität ins Spiel gehen und schlau spielen", forderte Eichin. Einen Schönheitspreis wird es im Weserstadion sicher nicht zu gewinnen geben, was beide Teams brauchen, ist ein dreckiges Erfolgserlebnis. In Bremen kennen sie sich damit inzwischen ganz gut aus.