Bochum - Für Fußball-Wettbetrüger Ante Sapina wird es noch einmal ernst. In der Neuauflage des Prozesses um den Wettskandal von 2008/2009 hat die Staatsanwaltschaft vor dem Bochumer Landgericht sieben Jahre Haft beantragt.

Gleichzeitig wurde erneut der Verdacht geäußert, dass der 37-jährige Berliner noch Geld aus Wettgewinnen in Hongkong oder Moskau versteckt haben könnte. "Der Verbleib des Geldes ist bis heute unbekannt", sagte Oberstaatsanwalt Andreas Bachmann im Prozess.

Sapina war im Mai 2011 zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Auch damals hatte die Staatsanwaltschaft sieben Jahre Haft beantragt. Das Urteil war vom Bundesgerichtshof später jedoch in Teilen aufgehoben und zur Neuverhandlung zurückverwiesen worden.

Im zweiten Durchlauf hofft Sapina nun als Kronzeuge angesehen und deutlich milder bestraft zu werden. Die Staatsanwaltschaft stuft die Aufklärungshilfe des Berliners allerdings als nicht groß genug ein. Er habe nach seiner Festnahme keine weiteren Taten benannt, die den Ermittlern nicht schon bekanntgewesen seien.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft dürfe die Strafe schon aus Abschreckungsgründen nicht zu gering ausfallen. "Das Landgericht Bochum ist gehalten, durch eine deutliche Verurteilung zu zeigen, dass die Taten keine Kavaliersdelikte sind", sagte Bachmann in seinem Plädoyer. Sapina habe dafür gesorgt, dass Fußballvereine in den Ruf gekommen seien, kriminelle Vereinigungen zu sein. Dieses Verhalten müsse wirksam bekämpft werden.

Sapina hatte gestanden, Fußballspieler, Schiedsrichter und Sportfunktionäre bestochen zu haben, um anschließend gezielt Wetten zu platzieren. Laut Staatsanwaltschaft belaufen sich die ausgezahlten Wettgewinne auf rund 4,3 Millionen Euro. Etwas mehr als eine Million Euro liegen noch beim Bochumer Landgericht. Laut Gericht versucht die deutsche Finanzverwaltung zurzeit, darauf Zugriff zu nehmen. Der Hintergrund: Von Sapina werden Steuernachzahlungen von rund drei Millionen Euro gefordert. Diese Bescheide werden allerdings angefochten.

Die Verteidigung von Ante Sapina soll am 14. April plädieren. Voraussichtlich soll an diesem Tag auch das neue Urteil verkündet werden.