Berlin - Kurz vor der ersten Auswahl seines Brasilien-Personals hat Fußball-Bundestrainer Joachim Löw ermutigende WM-Nachrichten aus Italien und Spanien erhalten.

Miroslav Klose meldete sich mit seinem Einsatz für Lazio Rom zurück, bei Real Madrid deuten viele Anzeichen auf das baldige Comeback von Sami Khedria hin. Nur für Angreifer Mario Gomez steht das Rückkehrdatum noch überhaupt nicht fest.

"Ich muss noch viel arbeiten in dieser Woche und hoffe, dass ich gegen Inter wieder bei 100 Prozent sein werde", sagte der 35-jährige Klose nach seinem ersten Kurzeinsatz beim 3:3 gegen Hellas Verona nach auskurierter Oberschenkelzerrung, bei dem er Lazio zum späten Punktgewinn verhalf.

Trainer Carlo Ancelotti machte Khedira Hoffnung auf einen Einsatz im Punktspiel an diesem Mittwoch bei Real Valladolid. Der 27-Jährige komme nach seinem Kreuzbandriss immer besser in Form, sagte der Coach am Dienstag. "Wenn es nicht klappt, werden wir am Donnerstag eigens für ihn und für Alvaro Arbeloa ein Testspiel organisieren."

Weiter unklar war, wann Gomez nach seiner Knieverletzung wieder ins Training beim AC Florenz einsteigen kann und was dies für eine mögliche vorläufige WM-Nominierung durch Löw am Donnerstag bedeutet. Der 28-Jährige stand am Dienstag nicht im Kader seines Clubs AC Florenz für die Serie-A-Partie gegen Sassuolo Calcio am Abend. Gomez trainierte nach Angaben eines Sprechers zuletzt individuell und nicht mit der Mannschaft.

Löw wird die Entwicklung genau beobachten. In einem am Donnerstag erscheinenden - allerdings schon vor mehreren Wochen im April geführten - Interview des Magazins "Der Stern" hatte er seine Personalsorgen erneut offenbart. "Die Lage ist nicht einfach. Viele sagen zu mir: Ihr habt die beste Mannschaft, die jemals für Deutschland spielte! Dann sage ich: Okay, zähl mal auf, wer denn momentan in Topverfassung ist! Wir haben im Moment nur sieben, acht Spieler, die in Topform sind", sagte er im April.

Am Donnerstag benennt der Bundestrainer seinen vorläufigen WM-Kader mit vermutlich 26 oder 27 Akteuren. Bis zum kommenden Dienstag muss er der FIFA ein vorläufiges Aufgebot mit maximal 30 Spielern benennen, bevor am 2. Juni die Reduzierung auf das WM-Kontingent von 23 Profis erfolgt.

In der Torhüterfrage bekam Dortmunds Roman Weidenfeller Unterstützung von Oliver Kahn. Trotz dessen jüngsten Patzers sieht ihn der ehemalige DFB-Kapitän als klare Nummer zwei bei der WM. "Allein schon, weil er über Jahre in der Champions League sehr überzeugend gespielt und auch diese Saison seinen Teil zum zweiten Platz der Dortmunder in der Bundesliga beigetragen", sagte Kahn am Dienstag bei einem Sponsorentermin im Münchner Olympiastadion.

"Ich habe das Los in der Hand und lasse mich überraschen. Am Ende ziehe ich hoffentlich das positive Los", sagte Weidenfeller beim Bezahlsender Sky. "Ich habe mein Handy an und würde mich freuen, wenn der Bundestrainer anruft."

Löw spürt die Titelsehnsucht der deutschen Fußball-Fans, warnt aber weiter vor zu hohen WM-Erwartungen. "Andere Mannschaften haben ähnlich große Chancen, doch das will keiner hören", sage Löw im "Stern"-Interview. Als Trainer spüre er den Druck. "Nach Siegen wirst du als Messias gefeiert, als Heilsbringer fürs ganze Volk. Wenn du ein Spiel verlierst, bist du der Staatsfeind Nummer eins."

Für die WM in Brasilien hat der DFB-Chefcoach einen speziellen Wunsch. "Bei einer WM haben wir noch nie gegen Italien gewonnen. Doch irgendwann kommt der Tag, an dem wir sie auch mal schlagen, da bin ich mir hundertprozentig sicher. Und im Finale wäre es natürlich am schönsten", sagte Löw über eine mögliche Revanche gegen den deutschen Bezwinger bei WM 2006 und EM 2012.