Hamburg - Fußball-Idol Uwe Seeler sucht die Einsamkeit und sein früherer Teamkamerad Charly Dörfel zündet eine Kerze für den HSV an. Die beiden früheren Spieler des Hamburger SV drücken ihrem Verein auf ihre Weise die Daumen für den Verbleib in der Bundesliga.

Beide erklärten in der "Bild"-Zeitung, wie sie das letzte Saisonspiel des HSV beim 1. FSV Mainz erleben. "Ich werde das Spiel allein gucken, bei Freunden in der Heide. Ich muss meinen HSV ungestört verfolgen", sagte Seeler. Dörfel meinte, es müsse "der liebe Gott gehörig mithelfen", wenn der HSV die Rettung schaffen will. "Ich zünde dem HSV eine Kerze an", bekannte der 74 Jahre alte Ex-Stürmer.

Der ehemalige HSV-Torhüter Uli Stein rechnet nicht damit, dass sein Ex-Club den Relegationsplatz ohne Schützenhilfe behaupten wird. Die Hamburger würden am Nachmittag bei einem Sieg in Mainz in jedem Fall auf Platz 16 bleiben und müssten nicht darauf schauen, wie der 1. FC Nürnberg bei Schalke 04 und Eintracht Braunschweig in Hoffenheim spielen.

"Wenn sich der HSV rettet, dann sicherlich nicht aus eigener Kraft. Dann muss er auf die Mithilfe von Braunschweig und Nürnberg hoffen, dass beide nicht gewinnen", sagte Stein vor dem Saisonfinale dem Radiosender hr-iNFO. Dörfel sieht es ähnlich. "Von der Konkurrenz aus Braunschweig und Nürnberg halte ich gar nichts. Der HSV wird die Relegation schaffen", sagte der einstige Nationalspieler.

Der Tabellen-16. muss anschließend in die Relegation gegen den Dritten der 2. Liga. Infrage kommen als Gegner der SC Paderborn, Greuther Fürth und der 1. FC Kaiserslautern.

Ein Abstieg des HSV wäre fatal, betonte Stein. "Nicht nur für die Fans, sondern für das ganze Umfeld, für die Stadt wäre das eine Katastrophe. Das ist gar nicht auszudenken, wenn so ein Traditionsverein in die Zweitklassigkeit zurückgestuft wird". Auch Dörfel stöhnte: "Eine Katastrophe. Mein HSV in der 2. Liga, oh weh." Er habe in dem Falle gar Angst, dass die Hamburger in die 3. Liga durchgereicht werden könnten.

Seeler gesteht, dass er bei der TV-Übertragung aufgeregt sein werde. "Deshalb steigt sicherlich der Puls", meinte er. "Der HSV ist und bleibt mein Verein, egal was passiert." Ein Abstieg des HSV wäre für den 77 Jahre alten DFB-Ehrenspielführer "das Schlechteste, was Verein und Stadt passieren kann. Zurückzukommen würde sehr schwer", sagte er. Falls dennoch der schlimmste Fall eintrete, wolle er aber "nicht in Tränen ausbrechen".

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff drückt seinem Ex-Club die Daumen. "Ich hoffe, dass das Team von Mirko Slomka den Relegationsplatz und dann auch die Klasse hält", schrieb Bierhoff am Samstag in seinem Blog auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). "Ich wünsche keiner Mannschaft den Abstieg, aber bei aller Neutralität muss ich zugeben, dass mir meine ehemaligen Vereine besonders am Herzen liegen. Und die Bundesliga ohne den Dino ist für mich irgendwie ein schmerzhafter Gedanke", erklärte er.