Turin - Der UEFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina hat sich gegen die umstrittene Dreifach-Bestrafung bei Notbremsen im Strafraum ausgesprochen und neue Sanktionen bei schweren Fouls vorgeschlagen.

Der Italiener brachte nach einem Treffen des Exekutivkomitees der Europäischen Fußball-Union am Mittwoch in Turin folgende Idee ins Spiel: Ein Spieler, der ein klares Foul begeht, soll künftig solange des Feldes verwiesen werden, bis der gefoulte Gegenspieler nach einer notwendigen Behandlung an der Seitenlinie wieder auf den Rasen kommt.

"Ich foule jemanden, dieser Spieler muss kurz raus, und mein Team spielt dann in Überzahl. Das ist doch nicht fair", sagte er. Der weltbekannte Ex-Referee betonte, dass dieses Prozedere nur eindeutig identifizierte und geahndete Fouls betreffe. Zugleich meinte er, dass diese Idee bestimmt nicht schnell umgesetzt werde - vor allem weil die für Regelfragen zuständige IFAB erst 2015 wieder tage.

Bis dahin werde sich auch bei der sogenannten Dreifach-Bestrafung nichts ändern. Collina sprach sich nur für eine Gelbe Karte aus, wenn ein Spieler im Strafraum durch ein Foul eine klare Torchance verhindert. Bislang folgt auf derartige Vergehen neben dem Strafstoß auch oft ein Platzverweis und eine automatische Sperre. Die Sanktion wird bereits seit längerem von vielen Fußball-Experten kritisiert.