São Paulo - Es wurde eine lange Nacht in den Kneipen von Amsterdam und sonstwo in den Niederlanden. Das berauschende Fußball-Fest der Oranje-Stars beim 5:1 (1:1) in Salvador gegen den entzauberten Welt- und Europameister Spanien im Auftaktspiel der WM-Gruppe B wurde entsprechend euphorisch gefeiert.

"Es ist unglaublich. Für die ganze Niederlande ist ein Traum wahr geworden. Ich kann es nicht erklären, aber es ist fantastisch. Niederländer, geht auf die Straßen. Das müsst ihr genießen", hatte Robin van Persie bereits unmittelbar nach Spielschluss seine Landsleute zu ausgiebigen Feiern aufgefordert.

Die Revanche für die Niederlage im WM-Finale 2010 hätte eindrucksvoller kaum gelingen können. Einer der Matchwinner war Bayerns Superstar Arjen Robben, der wie van Persie zwei Treffer erzielte. "Dafür lebt man, dafür spielt man Fußball", sagte Robben.

Im Land des Titelverteidigers war dagegen die Ernüchterung groß. "Weltmeisterliche Demütigung", war in der Online-Ausgabe der Sporttageszeitung "Marca" zu lesen. Die Angst geht um in Spanien, dass es die Mannschaft von Trainer Vicente Del Bosque schon in der Vorrunde erwischen könnte. Am Mittwoch gegen Chile stehen die Spanier bereits mit dem Rücken zur Wand, denn die hoch eingeschätzten Südamerikaner haben nach dem 3:1 (2:1) gegen Australien ebenfalls drei Punkte auf dem Konto und sind Gruppenzweiter.

Ein weiterer Klassiker wartet auf die Fußball-Fans bereits in der Nacht zum Sonntag, wenn England und Italien zum "Rumble in the Jungle" in Manaus aufeinandertreffen. Die Bedenken über den ramponierten Rasen sind inzwischen ausgeräumt. Italiens Coach Cesare Prandelli äußerte sich zuversichtlich: "Wir sind optimistisch, denn ich bin mir sicher, dass wir eine Mannschaft sehen werden, die weiß, was zu tun ist." Bei der EM vor zwei Jahren hatte Italien das Fußball-Mutterland im Viertelfinale ausgeschaltet.

Als dritter Ex-Weltmeister in Gruppe D startet Uruguay gegen Costa Rica ins Turnier, für Torjäger Luis Suarez kommt knapp drei Wochen nach seiner Knie-OP ein Einsatz von Beginn an aber offenbar noch zu früh. Das Turnier beginnt am Samstag auch für die Teams aus Gruppe C. Dabei trifft Kolumbien auf Griechenland, zum Abschluss des Tages bekommt es die Elfenbeinküste mit Japan zu tun.

Für die DFB-Auswahl ist dagegen nach sechs Tagen im WM-Basiscamp in Santo André Bettenwechsel angesagt. Wegen der frühen Anstoßzeit reist das deutsche Team bereits am Samstagabend, zwei Tage vor dem ersten Gruppenspiel, nach Salvador. Dort soll am Montagmittag um 13.00 Uhr Ortszeit im Auftaktmatch gegen Portugal um den zuletzt angeschlagenen Weltfußballer Cristiano Ronaldo der erfolgreiche Weltmeisterschaftsstart glücken. "Es spielt keine Rolle, ob Ronaldo spielt oder nicht", sagte Bundestrainer Löw.