Bremen - Den klammen SV Werder Bremen trifft die umstrittene Entscheidung des Bremer Senats besonders hart, sollte die Deutsche Fußball Liga (DFL) zukünftig an Polizeieinsätzen bei Risikospielen im Weserstadion beteiligt werden.

Der nach sportlich mageren Jahren ohnehin angeschlagene Bundesligist fürchtet die zusätzlichen Kosten. Rund 300 000 Euro dürften fällig werden, wenn mehr als die bei normalen Spielen üblichen 200 Polizeibeamte eingesetzt werden.

Werder müsste dann wohl zahlen. "Zwar heißt es immer, dass die DFL belangt werden soll, doch es gibt klare Signale der DFL, dass dann vor allem der SV Werder dafür zur Kasse gebeten würde", erklärte Clubchef Klaus Filbry. Er verurteilte den Vorstoß der Bremer Politiker aufs Schärfste und bezeichnete ihn als "Schildbürgerstreich" und "verfassungswidrig".

Werder sitzt zwischen den Stühlen. Der Club hat einerseits Verständnis dafür, dass unter dem Alleingang der rot-grünen Bremer Landesregierung nicht die anderen 17 Vereine leiden sollen. Die Geschäftsführung will daher an der Seite von DFL und DFB alle juristischen Mittel ausschöpfen. Andererseits steht der Ex-Meister alleine da, wenn es ums Geld geht, wie Filbry betonte. Für seinen Club, der zuletzt zweimal nacheinander ein Minus ausweisen musste, ist das ein großes Problem.

Die Folgen könnten auch die Stadionbesucher spüren. Werder droht bereits mit "steigenden Ticketpreisen", um damit den "Wettbewerbsnachteil" auszugleichen. "Das kann in Bremen keiner wollen", sagte Filbry.

"Wir möchten auch keine Regelung, die Werder Bremen benachteiligt", entgegnete Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). Er hat den einstimmigen Senatsbeschluss auf den Weg gebracht, bei dem laut Mäurer nicht der SV Werder, sondern die DFL der Adressat sei.

Die traditionell guten Beziehungen zwischen dem Verein, der auch außerhalb der Hansestadt hohe Sympathiewerte besitzt, und dem Bremer Senat sind nachhaltig gestört. Beide Seiten haben sich auf einen juristischen Streit eingerichtet, sollte der Senat nach dem Werder-Heimspiel gegen Hannover 96 am 14. Dezember - es gilt als erstes Risikospiel der neuen Saison - einen Gebührenbescheid an die DFL schicken. "Es wird wohl so etwas wie ein Musterverfahren geben", sagte Mäurer.

Einer seiner Vorgänger als Innensenator war pikanterweise Willi Lemke, früher Werder-Manager und heute Aufsichtsratschef des Bundesligisten. Eine andere Werder-Ikone, Präsident Klaus-Dieter Fischer, hatte bereits Ende 2013 die Konsequenzen aus dem Streit um die Kosten für Polizeieinsätze gezogen. Er verließ nach 50 Jahren aus Protest die SPD. Laut Fischer offenbarte der Antrag "einen erheblichen Mangel an Demokratieverständnis" und eine "mangelnde Wertschätzung gegenüber einem der Leuchttürme, die die Stadt Bremen auch nach außen repräsentieren und dazu noch für erhebliche Einnahmen des Landes sorgen".