Rom - Diego Maradona rannte, schoss und dribbelte wie zu seinen besten Zeiten. Volle 90 Minuten - fast als einziger der mehr als 40 internationalen Stars - gab die argentinische Fußball-Legende beim "Spiel für den Frieden" alles.

"Ich finde es genial, dass es eine solche Initiative gibt, zumal andere, die es machen könnten wie die FIFA, es nicht tun. Dass es Papst Franziskus tut, ist wunderbar", sagte Publikumsliebling Maradona in Rom Radio Vatikan. "Papst Franziskus ist ein außergewöhnlicher Mensch", meinte er nach einer Umarmung mit seinem Landsmann bei der vorherigen Audienz im Vatikan.

Der Papst selbst war nicht unter den mehr als 20 000 Zuschauern, die am Montag im Olympiastadion das außergewöhnliche Match verfolgten. Er begrüßte die Menschen jedoch mit einer kurzen Videobotschaft, die direkt mit einer Entschuldigung begann: "Ich muss mich entschuldigen, dass ich Spanisch spreche, aber es ist die Sprache meines Herzens und der Frieden ist meine Herzensangelegenheit, also muss ich mit dem Herzen sprechen", erklärte er, und ergänzte: "Das Zusammentreffen der internationalen Fußballstars steht für die Hoffnung auf Frieden."

In seinem Bestreben für Toleranz und Brüderlichkeit und gegen Diskriminierung konnte das Oberhaupt der katholischen Kirche Dutzende aktuelle und frühere Topstars aus aller Welt zu einem guten Zweck vereinen. Italiens Nationalkeeper Gianluigi Buffon wachte über das Tor der Mannschaft "Scholas", Atlético Madrids Trainer Diego Simeone wurde für seinen Fallrückzieher von den Zuschauern bejubelt und Mauro Icardi von Inter Mailand schoss drei Tore für die Stiftung "Pupi".

Vor Beginn der Partie pflanzten Vertreter verschiedener Religionen gemeinsam einen Olivenbaum als Friedenssymbol. In versilberter Form wurde dieser auch als Pokal der Mannschaft "Pupi" nach ihrem 6:3-Sieg gegen "Scholas" überreicht. Javier Zanetti, Andrej Schewtschenko, Dudu Aoute und Roberto Baggio trugen nach dem Abpfiff gemeinsam die Botschaft des Friedens in ihren Muttersprachen vor. Sie forderten, dass man sich durch die "Andersartigkeit anderer Kulturen bereichern lässt, Brücken baut und ein wir entstehen lässt".

Und die Spieler wollen auch weiterhin etwas bewegen. Der frühere Juve-Profi Alessandro Del Piero erklärte: "Hier zu sein, ist eine Ehre. Den Frieden in der Welt voranzutreiben ist fundamental." Buffon, der sein Team als Kapitän anführte, versprach: "Jetzt sind wir an der Reihe, diese Botschaft anzunehmen und weiterzutragen."

Gemeinsam haben die Organisatoren, die Stars und vor allem der Papst einen "einzigartigen, speziellen" Abend geschaffen, wie die "Gazzetta dello Sport" kommentierte. Die Einnahmen des Spiels - allein 400 000 Euro Spenden durch die "Solidarischen SMS" mit denen die Zuschauer ihren Beitrag für Frieden und Brüderlichkeit leisten konnten - sollen an ein Projekt gehen, das sich um eine bessere medizinische Versorgung und Bildung für Kinder und Jugendliche bemüht.