Berlin - DFB-Präsident Wolfgang Niersbach will schwule Fußball-Profis nicht zu einem Outing aktiv ermutigen: "Wenn jemand für sich die Entscheidung trifft, sich zu outen, unterstützen wir ihn dabei."

"Wir werden das aber vonseiten des Verbands niemals einfordern. Das ist eine höchst persönliche Angelegenheit", sagte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes in Berlin bei einer Charity-Gala der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld gegen Homophobie.

Auch Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger sieht ein Outing eines aktiven Spielers nicht als notwendige Folge seines Schritts an die Öffentlichkeit. "Das muss nicht zwingend der nächste Schritt sein", sagte er auf der selben Veranstaltung. "Man muss auch in die Breite gehen. Es ist vielleicht noch bedeutender, dass die Vorurteile auf breiter Ebene auch in den kleinen Vereinen abgebaut werden." Er habe nach dem Bekenntnis zu seiner Homosexualität zu Jahresbeginn auch viele positive Zuschriften von Amateur-Fußballern erhalten.

Den Schritt in die Öffentlichkeit habe er zu keinem Zeitpunkt bereut. "Mir geht es nach wie vor gut", sagte der 32-Jährige. "Ich bereue weder, es getan zu haben, noch dass ich es vielleicht früher hätte tun können." Verändert habe sich vor allem die gestiegene Aufmerksamkeit: "Dass das Thema in der Öffentlichkeit stattfindet, ist schon eine Verbesserung." Hitzlsperger hatte sich im Januar in einem Interview der "Zeit" als erster ehemaliger Nationalspieler in Deutschland als homosexuell geoutet.