München - Die Schonzeit ist vorbei, jetzt sollen beim FC Bayern München wieder Siege am Fließband produziert werden.

Pep Guardiola möchte mit dem deutschen Fußball-Meister in den anstehenden drei "Englischen Wochen" mit fünf Partien in der Bundesliga und zwei Prüfungen in der Champions League angreifen. "Dieser Monat ist wichtig", sagte der Trainer zum geballten Programm.

"Die Spieler sind bereit, sie können sieben Spiele in 22 Tagen machen", erklärte Guardiola, auch wenn er angesichts einer längeren Verletztenliste den intensiven Wettstreit um Stammplätze und Einsatzzeiten in den Spielen weiterhin vermisst. "Um eine gute Mannschaft zu sein, braucht man den Kampf aller Spieler auf dem Trainingsplatz", sagte er. Die WM-Nachwehen und eine schwierige Vorbereitung sollen als Ausreden aber nicht mehr gelten.

"Ich gehe überhaupt nicht davon aus, dass für uns noch irgendein Alibi möglich ist", sagte Sportvorstand Matthias Sammer während der Trainingswoche nach der Rückkehr der Nationalspieler von ihren Länderspielen. "Jetzt gilt es für die Spieler, mit Bayern München angreifen zu wollen", betonte Sammer: "Und das geht gegen den VfB Stuttgart los!"

Der Süd-Gipfel erscheint als Start in die geplante Siegesserie günstig. Die letzten elf Pflichtspiele gegen die Schwaben konnten die Bayern alle gewinnen. Trotzdem äußerte Guardiola Respekt: "Stuttgart ist nicht einfach." Der Katalane verwies auf die Qualität des VfB, hob dabei auch einzelne Akteure wie Jung-Nationalspieler Antonio Rüdiger in der Abwehr, Torjäger Vedad Ibisevic im Angriff und den Spanier Oriol Romeu, den er aus seiner Zeit beim FC Barcelona kennt, speziell hervor. "Er hat ein gutes Auge", sagte Guardiola über den Mittelfeldspieler Romeu, der vom FC Chelsea zum VfB kam.

Guardiolas Blick ging am Freitag auch schon Richtung Champions League. "Am Mittwoch spielen wir gegen den englischen Meister." Da müsse die Form stimmen, um erfolgreich sein zu können. Ein Erfolgserlebnis im Liga-Alltag würde nach vier Punkten in den ersten beiden Partien Rückenwind für die internationale Kraftprobe mit Manchester City verleihen. "Ich hoffe, dass wir einfach gut mit drei Punkten gegen Stuttgart starten. Wir erwarten Einiges von uns in den kommenden Wochen", sagte Nationaltorhüter Manuel Neuer.

Die Personalsituation hat sich leicht entspannt, auch wenn Neuzugang Xabi Alonso und Arjen Robben nach Blessuren nicht die komplette Woche mit dem Team trainieren konnten. Das war bei Franck Ribéry endlich wieder der Fall. "Er hat die letzten zehn Tage trainiert, fast ohne Schmerzen", berichtete Guardiola. Der Trainer gab aber zu bedenken, dass Ribéry in den letzten drei Monaten nur ein Spiel über 90 Minuten bestritten habe. Beim Saisondebüt könnte der Franzose also auch von der Bank kommen, um dann gegen ManCity durchzustarten.

Gedulden soll sich auch noch der für rund 26 Millionen Euro vom AS Rom verpflichtete Mehdi Benatia. Der Abwehrspieler trainiert nach muskulären Problemen erst kurz mit dem Team. "Er braucht noch Zeit. Aber früher oder später wird er uns helfen", sagte Guardiola.