München - Nach Diskussionen um mögliche Ebola-Gefahren im Fußball hat Tim Meyer, Arzt der deutschen Nationalmannschaft, vor Panikmache gewarnt.

"Zunächst mal: Wenn ein Spieler nicht innerhalb der vergangenen 21 Tage in einem Land war, wo Ebola-Fälle gemeldet wurden, dann ist er selbstverständlich nicht infiziert. Nur weil ein Spieler aus Afrika kommt, heißt das doch nicht, dass er gefährdet ist", sagte Meyer in einem Interview auf "11freunde.de". "Hinzu kommt, dass ein Fußballer, bei dem die Erkrankung ausbrechen würde, - und nur dann könnte man sich anstecken, kaum in der Lage wäre, zu trainieren oder gar zu spielen."

Der AC Mailand und Michael Essien hatten kürzlich dem Gerücht über eine angebliche Ebola-Erkrankung des Mittelfeldspielers vehement widersprochen. Der guineische Stürmer Lass Bangoura war Anfang Oktober vom Kader seiner Nationalmannschaft zu seinem Team beim spanischen Erstligisten Rayo Vallecano abgereist, weil seine Mitspieler eine Infektion fürchteten.

"Panikreaktionen sind aus meiner Sicht nicht sinnvoll. Gegen derartige Ängste hilft am besten Aufklärung. Wer nicht in unmittelbaren Kontakt mit einem bereits erkrankten Menschen kommt, steckt sich auch nicht an", erklärte Meyer.

Marokko hatte um eine Verlegung des Afrika-Cups im kommenden Jahr gebeten. "Den Marokkanern geht es wohl eher um anreisende Fans, als um die Spieler. Ich bin mit dem Ablauf eines Afrika-Cups nicht so vertraut, aber wenn dort wie bei einer EM oder WM aus allen möglichen Ländern Menschen ohne große Kontrollen ins Land strömen, könnte das durchaus zum Problem werden. Da wären dann sicherlich auch Fans aus den von Ebola betroffenen Ländern dabei. Und wenn man diese Reiseströme nicht kontrollieren kann, wäre das in der Tat gefährlich", sagte Meyer.