Berlin - Nach dem gemeinsamen 26-Tore-Wahnsinn auf der internationalen Bühne reicht den Verfolgern von Alleinunterhalter FC Bayern in der Bundesliga schon ein Treffer mehr als der Gegner.

Allen voran gilt das für Borussia Mönchengladbach im Spitzenspiel gegen den Meister und für die national kriselnden Dortmunder gegen Hannover. Zumal in der nächsten Woche auch noch der nächste Fußball-Klassiker zwischen den Bayern und dem BVB ansteht.

Aber selbst den Münchnern würde nach dem 6:0 in der Meisterschaft zuletzt gegen Bremen und dem 7:1 beim AS Rom in der Champions League nun im Gipfeltreffen gegen den Tabellenzweiten Borussia Mönchengladbach "ein ganz normaler, gewöhnlicher Sieg" reichen, wie es Nationalspieler Thomas Müller formulierte.

Die Hoffnungen sämtlicher Verfolger ruhen erstmal auf den Gladbachern (16 Punkte). Bei einem Sieg an diesem Sonntag könnten sie bis auf einen Punkt an den Titelverteidiger und Rekordmeister herankommen. Bei einer Niederlage würden die Bayern (20) ihren bisherigen Vier-Punkte-Vorsprung nach acht Spielen ohne Niederlage weiter ausbauen.

Für die Dortmunder sind sie eh im Moment außer Sicht-, vor allem aber wohl auch für den Rest der Saison außer Reichweite. Nach drei Meisterschaftspleiten nacheinander und dem bis dato letzten Sieg am 13. September mit dem 3:1 gegen den SC Freiburg ist Saisonsieg Nummer drei praktisch Pflicht. "Wenn sich Hannover unsere letzten Ligaspiele anschaut, dürfte bei ihnen der Verdacht nahe liegen, dass es ausreicht, einigermaßen zu verteidigen und darauf zu warten, dass wir den Rest für sie regeln", sagte BVB-Coach Jürgen Klopp.

Der Humor ist mit dem 4:0 gegen Galatasaray Istanbul zumindest schon wieder zurückgekehrt. Das Lachen könnte den Borussen aber genauso schnell wieder vergehen. Kollege Tayfun Korkut, dessen Team in dieser Spielzeit in der Liga auswärts noch kein einziges Tor erzielte, will sich aber gar nicht damit beschäftigen, "wie verunsichert der BVB ist. Wir müssen einfach besser spielen, der Gegner ist dann zweitrangig", sagte er. Mit zehn Punkten ist die Ausbeute der Niedersachsen auch nicht prickelnd.

Anders als die Gladbacher, die sich mit einem 5:0 gegen Limassol prächtig auf das Topspiel bei den Bayern einstimmten, gehen die nächsten Verfolger des Spitzenreiters ausgeruht in ihre Partien. Die wie die beiden Erstplatzierten noch ungeschlagenen Hoffenheimer (14) können mit einem Heimsieg am Samstag (15.30 Uhr) gegen den starken Aufsteiger SC Paderdorn (12) ihre internationalen Hoffnungen weiter nähren. Selbiges gilt für die ebenfalls auf Rang drei geführten Mainzer (14), die tags darauf gegen den punktgleichen VfL Wolfsburg antreten, der die vergangenen drei Meisterschaftspartien gewann.

Die Niedersachsen trugen mit ihrem 4:2-Erfolg am Donnerstag in Krasnodar zudem dazu bei, dass die deutschen Europapokal-Starter insgesamt 26 Tore in sechs Spielen schossen und die Bundesliga in der Fünfjahreswertung der UEFA auf den ersten Platz kletterte.

So wie auch Bayer Leverkusen und der FC Schalke dafür sorgten, dass erstmals in der Historie der Champions- und Europa League sechs deutsche Teams sechs Siege in einer Woche feierten. An diesem Samstag (18.30 Uhr) empfängt nun der Tabellensechste Leverkusen (13) den Tabellenneunten Schalke (11). Die Bayer-Mannschaft hat schon sieben Punkte Rückstand auf die Bayern, den Gelsenkirchenern fehlen neun Zähler bis zur Spitze. Für Neu-Coach Roberto Di Matteo wird es das erste Auswärtsspiel auf der S04-Bank. "Die Mannschaft ist in einer guten Verfassung, auch die Moral stimmt", sagte Di Matteo. "Wir wollen am Samstag mit einem positiven Resultat nach Hause fahren." Ein Treffer mehr als Gegner Leverkusen würde dazu reichen.