Hamburg - Wer seine Wohnung ausstatten will, hat die Qual der Wahl - in Möbelhäusern, Katalogen, Prospekten oder Online-Portalen. Doch nicht jeder mag es zu behaglich daheim. Und das eigene Portemonnaie setzt Grenzen.

Kissen für sie, Bücherwand für ihn: Wenn es zu Hause kuschelig ist, fühlen sich zwei Drittel der Frauen wohl. Dagegen mag es nur ein Drittel der Männer derart heimelig. Das geht aus einer aktuellen Wohnstudie des Otto-Versands hervor. Nur fast die Hälfte der Männer und Frauen erlangt den Wohlfühl-Faktor, wenn die Einrichtung klar strukturiert ist.

Bei den im Herbst vom Meinungsforschungsinstitut TNS für Otto durchgeführten Interviews waren Mehrfachnennungen möglich. Über alle Generationen und beide Geschlechter hinweg ließ sich festhalten: Das Zuhause bedeutet für mehr als drei Viertel der Befragten Geborgenheit, Selbstbestimmtheit, Sicherheit und Gemeinschaft.

Trautes Heim ergo Glück allein? Zumindest in Partnerschaften muss sich "Er" häufiger damit zufriedengeben, wie "Sie" das Heim ausstaffiert. Knapp ein Viertel der Frauen in Beziehungen entscheidet dies eher allein, bei den Männern sind es nur fünf Prozent. Für die meisten ist die Möbelwahl aber eine gemeinsame Entscheidung.

Und wenn eine Wohnung trotzdem nicht gemütlich wird? Dann können Wohnpsychologen womöglich helfen, wie zum Beispiel die Hamburger Diplompsychologin
Barbara Perfahl. Im Gespräch mit den Bewohnern versucht sie herauszubekommen, warum ein Raum nicht genutzt wird. "Wenn das Wohnideal oder die Wohngeschichte von dem des Partners abweicht, entsteht gern der Paar-Konflikt", sagt sie. Beides müsse angeschaut und daraus die Bedürfnisse abgeleitet werden.


"Und dann gibt es schon mal die Erkenntnis, dass das Ideal vom kühlen Loft nicht dem Bedürfnis nach Behaglichkeit entspricht." Der Wunsch nach Rückzug und Erholung in den vier Wänden sei für Männer und Frauen gleichermaßen einer der wichtigsten, ergänzt die Psychologin. Und Einrichtung und Gestaltung spiegelten letztlich auch ein bisschen die eigene Persönlichkeit wider.

Laut der Studie soll Mobiliar vor allem ansprechend aussehen, praktisch sein und lange halten. Der Preis ist nur für rund die Hälfte der Befragten entscheidend. Das höchste Ausgabe-Budget für Möbel (über fünf Jahre) hat mit rund 10 500 Euro ein älteres Paar ohne Kinder, ihr junges Pendant hat rund 6100 Euro zur Verfügung.

In Familien verändern sich die Wohn-Ausgaben je nach Kindesalter: Junge Familien geben rund 8060 Euro aus, die mit älteren Kindern knapp 7600 Euro. Verlässt der Nachwuchs das Elternhaus, wird ausgeräumt und bei 43 Prozent das Kinderzimmer neu eingerichtet. Bis zu knapp einem Drittel der nun "Kinderlosen" will sich beim nächsten Umzug sogar verkleinern.

Wer als älterer Mensch alleine lebt, scheut offensichtlich das Renovieren: Nur 56 Prozent planen laut der Studie eine Umgestaltung der Wohnräume und wenn, dann nur mit einem Budget von 3720 Euro. Dagegen legt der junge Single gerne selbst Hand an, 35 Prozent der Befragten leben demnach mit selbst gezimmerten Möbelstücken. Für das Wohnen kalkuliert er über fünf Jahre rund 6400 Euro ein.

Der Umsatz mit Wohnmöbeln legte in den ersten neun Monaten 2014 nach Angaben des Bundesverbandes des deutschen Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandels nominal um 1,7 Prozent zu.


Gäste-WC ist gefragter als Balkon
Ein Gäste-WC in der Traumwohnung oder dem Traumhaus ist vielen wichtiger als ein Balkon oder eine Terrasse. Das zeigt eine repräsentative Studie des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF). So steht bei 77 Prozent der Befragten ein Gäste-WC auf ihrer Wunschliste. Eine Terrasse, einen Balkon oder eine Loggia geben nur 69 Prozent an.

An erster Stelle steht mit 81 Prozent eine moderne Einbauküche. Ein Garten liegt mit 77 Prozent gleichauf mit einer Gästetoilette. Ebenfalls wichtiger als Balkon oder Terrasse sind den Befragten eine energiesparende Isolierung (74 Prozent) oder eine Garage (73 Prozent). Einen Kamin wünschen sich dagegen nur 58 Prozent. Mehrfachantworten waren möglich.

Bei ihrer Traumimmobilie sind die Deutschen bescheiden: 32 Prozent gaben an, das normale Einfamilienhaus entspreche am ehesten ihrem persönlichen Wohntraum. Ein Energiesparhaus (13 Prozent), ein Landhaus (8 Prozent), die moderne Stadtwohnung (6 Prozent) folgen mit großem Abstand. Für eine Villa oder ein Penthouse würden sich je nur 5 Prozent entscheiden. Im Auftrag der Interhyp wurden 2100 Erwachsene befragt.