Berlin - Manche schwören nach dem Essen auf Kräuterschnaps oder Aquavit. Bei Verdauungsbeschwerden darf die Flasche mit Hochprozentigem aber ruhig im Schrank bleiben. Heilpflanzenextrakte sind eine Alternative - am besten schon vor dem Essen.

Um Verdauungsbeschwerden durch zu schweres Essen zu vermeiden, bieten sich Heilpflanzenextrakte oder -tees mit Bitterstoffen an. Sie wirken am besten, wenn man sie 30 Minuten vor einer Mahlzeit zu sich nimmt. Das erläutert Gabriele Overwiening, Vorstandsmitglied der Bundesapothekerkammer in Berlin. Geeignet sind beispielsweise Enzianwurzel, Schafgarbenkraut oder Löwenzahnwurzel und -kraut. Ein solcher Tee sollte nicht gesüßt werden, weil der bittere Geschmack für die Wirkung verantwortlich ist.

Heilpflanzen mit ätherischen Ölen sind gut geeignet, um Völlegefühle nach einem Festessen zu mildern. Gegen Blähungen helfen zum Beispiel Fenchel oder Anis. Bevor sie mit kochendem Wasser aufgegossen werden, sollten sie leicht mit einem Mörser oder der nach außen gewölbten Seite eines Löffels angequetscht werden. Dann kann das Wasser die ätherischen Öle besser lösen. Ein Verdauungsschnaps nach dem Essen ist Overwiening zufolge nicht geeignet, um Beschwerden zu lindern.