Berlin - Ältere Erwachsene sollten über eine Impfung gegen Gürtelrose nachdenken. Eine Gürtelrose bekommen vor allem diejenigen, die als Kind Windpocken hatten. Eine allgemeine Empfehlung der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut besteht aber nicht.

Wer als Kind Windpocken hatte, trägt die Viren weiter im Körper. Diese können reaktiviert werden und zu einer Gürtelrose führen - besonders, wenn das Immunsystem geschwächt sei, erklärt Prof. Regine Heilbronn vom Institut für Virologie der Freien Universität Berlin. "Die Gürtelrose ist eine extrem schmerzhafte Erkrankung."

Eine Impfung für Patienten ab 50 Jahren wurde kürzlich neu zugelassen. Sie soll das Risiko einer Gürtelrose deutlich herabsetzen, erklärt Heilbronn. Eine allgemeine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) am Robert-Koch-Institut besteht nicht.

Die Windpockenimpfung wird von der Stiko dagegen seit 2004 für Kinder empfohlen. Ältere Generationen haben meist keine Impfung, sind aber häufig als Kinder an Windpocken erkrankt und haben deshalb Antikörper gebildet, die die Reaktivierung der Viren in Form einer Gürtelrose verhindert. Allerdings könne der Antikörperschutz im Laufe der Jahre sinken. Normalerweise habe der Kontakt mit Erkrankten - zum Beispiel bei der Pflege des Kindes oder Enkelkindes - den Schutz aufgefrischt, beschreibt Heilbronn. Weil nun aber geimpft werde, erkrankten weniger Kinder und somit entfalle häufig auch dieser Kontakt.