München - Werdende Mütter brauchen mehr Kalorien als nicht-schwangere Frauen, damit sich das ungeborene Kind gut entwickeln kann. Sie sollten allerdings nicht wahllos drauflos essen.

"Du musst jetzt für zwei essen." Diesen Satz hören Schwangere häufig. Doch das ist ein Mythos. Denn der Mehrbedarf liege ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel bis zur Geburt bei nur 250 Kilokalorien täglich, erläutern Experten des Kompetenznetzes Adipositas. Das entspricht dem Kaloriengehalt eines mittelgroßen Apfels oder etwa 200 Gramm Joghurt. Die Ernährung sollte viel Vitamine, Spurenelemente, Eiweiß und komplexe Kohlenhydrate enthalten.

Wenn werdende Mütter in der Schwangerschaft zu stark zunehmen, erhöht sich das Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) im späteren Leben der Kinder. Das fand eine Forschergruppe um Regina Ensenauer von der Uniklinik München in der PEPO-Studie (Perinatale Prävention der kindlichen Adipositas) heraus, die im Rahmen des Kompetenznetzes Adipositas erhoben wurde.

Dabei ermittelten die Wissenschaftler das Körpergewicht von 6837 Jungen und Mädchen zwischen fünf und sechs Jahren bei Schulbeginn und glichen es mit Daten aus dem Mutterpass und dem Kinderuntersuchungsheft ab. Fast 13 Prozent der Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft zu viele Kilos auf die Waage gebracht hatten, waren übergewichtig. Mehr als 17 Prozent hatten einen zu großen Taillenumfang für ihr Alter.