Berlin - Auch Menschen mit geschwächtem Immunsystem können auf eine Fernreise gehen. Aber sie müssen sich darauf etwas intensiver vorbereiten - und zwar nicht erst kurz vor dem Start.

Planen Menschen mit einem geschwächten Immunsystem eine Fernreise, sollten sie sich spätestens drei Monate vor Urlaubsbeginn reisemedizinisch beraten lassen. Darauf wies Fritz Holst vom Tropen- und Reisemedizinischen Zentrum Marburg im Rahmen der Reisemesse
ITB (Publikumstage: 8./9. März) in Berlin hin. Mindestens zwei bis drei Monate vor der Reise sollten dann die empfohlenen Impfungen erfolgen.


So bleibe vor der Reise genug Zeit, um zu testen, ob das Immunsystem des Patienten ausreichend Antikörper gebildet hat, erläuterte Holst. Ist das nicht der Fall, könne notfalls erneut geimpft werden. Ein umfangreicher Impfschutz sei besonders in feuchtwarmen Gebieten sowie bei schlechten hygienischen oder medizinischen Bedingungen im Zielland ratsam.

Oft reagiert der Körper von Immungeschwächten nicht ausreichend auf eine Impfung. Hinzu kommt, dass sogenannte Lebendimpfstoffe für sie oft nicht geeignet sind. Totimpfstoffe vertragen sie Holst zufolge aber meist problemlos. Von einer Immunschwäche betroffen sind neben HIV-Kranken oft Krebskranke, Menschen mit einer Autoimmunerkrankung wie Multipler Sklerose oder mit einem transplantierten Organ.

Steht eine Reise in eine Malaria-Region an, sollten abwehrgeschwächte Patienten vorbeugend Medikamente gegen die von Stechmücken übertragene Krankheit nehmen. Das ist Holst zufolge besser als die sonst meist übliche Stand-by-Therapie, also das Mitführen von Malaria-Medikamenten für den Notfall. Bei der Malaria-Prophylaxe könne es allerdings zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen, die das Immunsystem unterdrücken. Zum Beispiel Menschen mit einem transplantieren Organ müssen sie nehmen.

Grundsätzlich ratsam ist laut Holst, wenn Betroffene ein Antibiotikum gegen ein möglicherweise auftretenden Reisedurchfall dabei haben. Denn erkranken sie daran, kann das schwere gesundheitliche Folgen für sie haben und auch dazu führen, dass ihr Körper lebenswichtige Medikamente nicht mehr richtig aufnimmt.