Krefeld - Erblindet jemand vorübergehend auf einem Auge oder hat er zeitweise Missempfindungen im Gesicht, den Armen oder Beinen, sollte er das umgehend ärztlich abklären lassen.

Wie Sprachstörungen kann auch ein Sehverlust oder ein Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen auf eine verengte Halsschlagader hindeuten und Vorboten eines
Schlaganfalls sein. Das erläutert Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) in Krefeld. Solche weniger als 24 Stunden anhaltenden Beschwerden nennen Fachleute auch transitorische ischämische Attacke (TIA).


Ob die Halsschlagader verengt ist, lässt sich einfach und schmerzfrei mit einem Ultraschall ermitteln. Ursache dafür, dass das Blut nicht mehr so viel Platz zum Durchfließen hat, sind meist Ablagerungen an den Innenwänden der Ader. Von diesen sogenannten Plaques könnten sich kleine Stücke lösen, mit dem Blutstrom das Gehirn erreichen, dort Gefäße blockieren und zu Ausfällen etwa bei der Sprache oder dem Sehvermögen führen, erläutert Beil. Insbesondere in den ersten Tagen nach einer solchen TIA bestehe das Risiko, dass es zu einem richtigen Schlaganfall mit dauerhaften Schäden kommt.

Ist die Halsschlagader nur noch zu weniger als 30 Prozent durchlässig, empfehlen Experten in der Regel eine operative Behandlung. Das gilt vor allem, wenn die Durchblutung des Gehirns schon beeinträchtigt war. Entweder entfernen Ärzte dann die Plaques oder setzen eine Stütze (Stent) ein, die das Gefäß permanent offen halten soll. Patienten sollten sich danach regelmäßig erneut untersuchen lassen, weil der Gefäßverschluss immer weiter fortschreitet. Eine verengte Halsschlagader haben vor allem ältere Menschen.