Essen - Vom Lachen kann man nie genug bekommen. Lächeln kann selbst dann aufmuntern, wenn einem gar nicht danach zumute ist, sagt die Hirnforscherin Jessica Sänger.

Beim Lachen schüttet das Gehirn automatisch einen Glücksbotenstoff aus, der happy macht. Deshalb wolle man das immer wieder haben, sagt die Psychologin und Hirnforscherin Jessica Sänger von der Universität Düsseldorf im Interview:

Was ist Lachen eigentlich?


Sänger: Lachen ist eine Reaktion, die meist durch einen externen Reiz ausgelöst wird, durch etwas Lustiges oder Kitzeln. Es ist auch ein physiologischer Prozess, zum Beispiel ändern sich Atmung und Herzschlag. Im Hirn sind einige Areale besonders aktiv, wenn man lacht. Beteiligt sind entwicklungsgeschichtlich alt angelegte Hirnbereiche im Limbischen System, die wir mit vielen Tierarten wie Ratten oder Affen teilen, aber auch entwicklungsgeschichtlich neuere Areale bei uns Menschen, um zum Beispiel einen Witz zu verstehen.

Was passiert beim Lachen im Körper?


Sänger: Beim Lachen werden bestimmte Botenstoffe ausgeschüttet, die uns glücklich machen. Es gibt auch so etwas wie Lachtherapien oder Lachyoga. Aber es hilft tatsächlich auch, dass man einfach nur grinst, ohne einen Grund. Weil diese Bewegungen im Gesicht durch die Muskeln an das Gehirn die Nachricht senden: "Hey ich lächle" und das Gehirn sendet ein bisschen von diesem Botenstoff aus, der uns glücklich macht. Das hat schon einen positiven Effekt. Lächeln ohne Grund hilft schon ein bisschen.

Und welche Reaktion gibt es dann, wenn man richtig lacht?


Sänger: Herzhaft lachen ist der Königsweg, um sich glücklich zu fühlen. Ein echtes Lachen kann man willentlich nicht beeinflussen, das geht automatisch und kann auch nicht provoziert werden. Dann wird dieser Glücksbotenstoff ausgeschickt, der uns furchtbar gut tut. Und deshalb möchte man das immer wieder haben. Das ist ein bisschen wie eine Droge.