Krefeld - Man hält etwas fest und von einem Moment auf den anderen zittern heftig die Hände. Das muss mit Parkinson nichts zu tun haben - oft steckt der \'essentielle Tremor\' dahinter. Auch Multiple Sklerose oder Epilepsie sind mögliche Ursachen.

Zitternde Hände sind häufig kein Anzeichen für eine Parkinson-Erkrankung. Dahinter steckt in vielen Fällen vielmehr der sogenannte essentielle Tremor, ein Zittern, dessen genaue Ursache bislang nicht komplett erforscht ist. Darauf weist Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) in Krefeld hin. Die Erkrankung sei relativ harmlos und könne mit Medikamenten recht gut gelindert, wenn auch nicht geheilt werden. Wer das Zittern neu bei sich entdeckt, sollte es vom Arzt abklären lassen, um schwerwiegendere Ursachen auszuschließen.

Während bei Parkinson meist erst eine Seite zittert, sind es beim essentiellen Tremor in der Regel beide Hände oder Beine. Außerdem ist das Zittern mit sechs bis zwölf Bewegungen pro Sekunde beim Tremor heftiger als bei Parkinson mit vier bis sechs Bewegungen pro Sekunde. Es tritt beim Tremor laut Beil vor allem auf, wenn der Betroffene seine Hände nach vorne streckt oder etwas festhält - bei Parkinson dagegen vor allem in Ruhe.

Wichtig ist, dass der Patient seinem Arzt genau erläutert, wann er zittert und wann die Beschwerden weniger werden. Denn auch eine Multiple Sklerose, Epilepsie oder Erkrankung des Nervensystems wie Polyneuropathie kann dahinter stecken. Weitere mögliche Ursachen sind Nebenwirkungen bestimmter Medikamente, eine Unterzuckerung oder eine Schilddrüsenüberfunktion.

Patienten mit essentiellem Tremor leiden Beil zufolge oft darunter, dass unwissende Außenstehende denken, sie seien ängstlich oder alkoholsüchtig. Das führe manchmal dazu, dass sie sich aus Scham sozial abkapseln. Ratsam sei daher ein offener Umgang mit der Erkrankung.