Berlin - Schlangen, Spinnen und schwindelerrende Höhe - der Mensch hat vor vielen Dingen Angst. Doch diese Angst kann sich zu einer Krankheit entwickeln und bedarf dann einer professionellen Therapie. Die Störung muss allerdings überhaupt erst erkannt werden.

Mindestens jeder achte Deutsche leidet im Verlauf seines Lebens unter
Angststörungen. Es ist damit nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) eine der häufigsten psychischen Erkrankungen. Symptome sind zum Beispiel Herzrasen, Beklemmung und Schwindel. Patienten, deren Ängste nicht therapiert werden, ziehen sich häufig zurück und reduzieren ihre sozialen Kontakte. Das Risiko für zusätzliche Erkrankungen wie Depressionen steigen. Angststörungen treten meist im frühen Erwachsenenalter auf.


Mit Hilfe psychotherapeutischer Verfahren und Medikamenten könnten Panikattacken, generalisierte Angst und soziale Phobien bei Patienten vermindert oder völlig abgebaut werden, erläutert Prof. Borwin Bandelow von der DGPPN. Eine Therapie helfe, die Angst zu reduzieren. Zugleich lernen die Betroffenen Strategien zum Umgang mit der Angst.

Allerdings werde eine Angststörung häufig nicht direkt erkannt und behandelt, da körperliche Symptome wie Herzrasen oder Schwindel nicht damit in Zusammenhang gebracht werden. Weitere Hinweise auf die Erkrankung ist mangelndes Vertrauen in die eigene Stärke und das Gefühl von Ausgeliefertsein.