Saarbrücken - Wer schwere Gegenstände falsch hebt und trägt, riskiert verspannte Muskeln oder sogar Schmerzen. Das gleichzeitige Drehen beim Anheben etwa kann schnell ins Kreuz gehen.

Schwere Lasten sind nur mit Vorsicht hochzuheben, soll der Rücken nicht leiden. Prof. Bernhard Allmann von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement/BSA-Akademie in Saarbrücken gibt Tipps, wie sich Beschwerden vermeiden lassen.

Das Anheben vorbereiten: Vor dem Anheben sollte der Körper aufgerichtet werden. Um den Oberkörper zu stabilisieren und die Wirbelsäule zu entlasten, wird die Rumpfmuskulatur angespannt. Das gilt vor allem für Bauch und Gesäß. Die Atmung fließt gleichmäßig.


Beim Anheben aufgerichtet bleiben: Zum Anheben tritt man so nah wie möglich an den Gegenstand heran und geht etwas in die Hocke. Die Knie sollten nicht mehr als 90 Grad gebeugt werden. Der Rücken bleibt beim Anheben gerade, weil die Last aus den Knien herausgehoben werden soll. Beim Abstellen gilt: erst in die Hocke gehen, dann die Last absetzen.


Das Gewicht richtig verteilen: Schwere Gegenstände sollten immer so nah wie möglich am Körper getragen werden. Idealerweise sind beide Körperseiten gleich stark belastet, etwa indem zwei leichte Taschen statt einer schweren benutzt werden. Ist das nicht möglich, kommt jede Körperseite abwechselnd zum Einsatz.


Worauf es sonst noch ankommt: Wer sich mit der Last in der Hand umdrehen will, sollte das immer mit dem ganzen Körper tun. Hohe oder schiefe, abgelaufene Absätze bieten keinen sicheren Stand und sind daher beim Tragen von schweren Gegenständen ungeeignet. Schuhe mit weichen Sohlen verringern Erschütterungen, die beim Gehen die Wirbelsäule stauchen. Außerdem sind kleine Pausen nach 20 bis 30 Minuten zum Dehnen und Strecken ratsam.