München - Wer eine schlechte Nacht hinter sich hat, glaubt häufig, dass es am Vollmond lag. Gibt man einer wissenschaftlichen Studie recht, müssen Betroffene nun wohl nach anderen Gründen für ihre Schlafprobleme suchen.

Auch wenn es eine weit verbreitete Annahme ist: Der Mond ist offenbar nicht schuld an Schlafstörungen. Zu dieser Erkenntnis kamen Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München, die umfangreiche Datensätze zum Schlaf zahlreicher Probanden ausgewertet haben. Es habe sich kein statistisch belegbarer Zusammenhang zwischen menschlichem Schlaf und den Mondphasen gefunden.

Zwar hätten zwei Studien aus den Jahren 2013 und 2014 übereinstimmend gezeigt, dass die Teilnehmer in Vollmondnächten kürzer schliefen als in anderen Nächten. Unterschiedliche Ergebnisse lieferten sie aber in Bezug auf den Beginn der Traum- (REM-) Phase: Der einen Untersuchung nach tritt sie in Vollmondnächten später, laut der anderen in Neumondnächten später ein.

All diese Studienergebnisse könnten den Forschern zufolge aber aufgrund der mit 30 bis 50 geringen Zahl der Teilnehmer Zufallsbefunde sein. Sie sahen sich daher zusätzlich Schlafdaten von rund 1270 Probanden aus knapp 2100 Nächten näher an. Wie in weiteren, noch unveröffentlichten Analysen aus mehr als 20 000 Schlafnächten fanden sich dort keine belastbaren Hinweise, dass der Mond den Schlaf stört.