Mainz - Wasser im Ohr zu haben, ist unangenehm. Um das beim Schwimmen von vornherein zu vermeiden, bieten sich wiederverwendbare Ohrstöpsel aus Kunststoff an. Manche Menschen sollten nie ohne einen solchen Schutz ins Wasser.

Beim Schwimmen gerät schnell mal Wasser ins Ohr. In der Regel helfe es, das Wasser einfach rauszuschütteln, sagt Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker (Biha). Sie empfiehlt, den Kopf schräg zu halten und zu schütteln, damit die Flüssigkeit hinauslaufen kann, und gegebenenfalls etwas auf der Stelle zu hüpfen.

"Es kann ein paar Stunden dauern, bis das Wasser raus ist", sagte sie. Manchmal sei das erst in der Nacht der Fall, wenn der Betroffene auf dem Ohr liegt. Dass es manchmal etwas dauert, hängt damit zusammen, dass der etwa 2,5 Zentimeter breite Gehörgang zwei Windungen hat, die das hereingeflossene Wasser auch auf seinem Weg zurück wieder passieren muss.

Um von vornherein zu vermeiden, dass Wasser ins Ohr kommt, bietet sich ein Schwimmschutz an, der den Gehörgang nach außen abdichtet. Allerdings ist nicht jeder Ohrstöpsel geeignet, betont Frickel: Schaumstoffstöpsel etwa saugen sich beim Schwimmen voll. Besser sind daher allergiegetestete Exemplare aus Silikon. Diese gibt es als Standard-Modelle fertig zu kaufen. "Für mal Schwimmen gehen ist das ausreichend", erläutert die Biha-Präsidentin. "Allerdings erreiche ich damit nie die optimale Abdichtung."

Wer regelmäßig Schwimmen geht, ist daher womöglich mit individuell angefertigten Stöpseln besser beraten, wie sie auch Schwimmprofis verwenden. Denn jedes Ohr ist etwas unterschiedlich geformt. "Diese Stöpsel sind in der Anschaffung etwas teurer, aber so lange brauchbar, bis sich das Ohr zum Beispiel durch Abnehmen verändert", sagt Frickel. Wie die Standard-Silikon-Exemplare sind sie außerdem hygienisch einwandfrei: Sie lassen sich gut mit einem dafür geeigneten Desinfektionsmittel reinigen und immer wieder verwenden.

Unbedingt einen gut abdichtenden Schwimmschutz benutzen sollte jemand, der krankheitsbedingt Probleme mit den Ohren hat - zum Beispiel, weil er kein Trommelfell mehr hat, oder wenn ein Kind wegen wiederkehrender Ohrinfektionen ein Paukenröhrchen ins Trommelfell eingesetzt bekommen hat. Kinder sind laut Frickel grundsätzlich anfälliger für Keime und Bakterien, die zu Ohrinfektionen führen können. "Im Planschbecken gerät schnell mal verschmutztes Wasser ins Ohr."

Aber auch Menschen, die sich beruflich viel im Wasser aufhalten - wie Taucher oder Profi-Schwimmer -, neigen ohne Schutz zu Problemen. Sind ihre Ohren zu lange und häufig im kalten Wasser, können Frickel zufolge Wucherungen und Ekzeme im Gehörgang entstehen.