Bonn - Nirgendwo in Deutschland hat es im vergangenen Jahr häufiger geblitzt als im oberfränkischen Coburg. Der Blitz-Informationsdienst von Siemens zählte dort 299 Blitze. Wie verhält man sich bei einem heftigen Gewitter im Freien richtig?

Wer von einem Gewitter im Freien überrascht wird, muss mindestens 50 Meter Abstand zu Überlandleitungen halten. Das rät das
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn. Auch von Bäumen, Türmen, Antennen und sonstigen Masten sowie Zäunen sollte man sich fernhalten. Das gilt außerdem für offenes Gelände. Fahrräder werden besser abgelegt, um Blitzeinschlägen zu entgehen. Und auch Regenschirme mit Teilen aus Metall legen Spaziergänger sicherheitshalber lieber ab.


Wer sich nicht in ein Gebäude retten kann, geht am besten auf den Fußballen in einer Mulde in die Hocke, die Füße stehen eng zusammen. Bei Hagel sollte man sich mit dem Gesicht auf den Boden legen und die Hände schützend vor Kopf und Nacken halten.

Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) in Berlin rät, sich im Notfall alternativ in einem Hohlweg, unter einer Stahlbetonbrücke oder einem Felsvorsprung unterzustellen. Wer es nicht rechtzeitig aus einem Wald heraus schafft, sollte immerhin mindestens drei Meter Abstand zu Baumstämmen und Astspitzen einhalten. In einem Gebäude ohne Blitzschutzsystem an den Strom- und Versorgungsleitungen dürfen Bewohner während eines Gewitters nicht duschen oder mit einem Apparat mit Kabel telefonieren. Kontakt zu Metallleitungen sollte man meiden und Elektrogeräte ausstecken.

Laut BBK ist man im Auto sicher bei Gewittern, allerdings dürfen währenddessen keine blanken Metallteile berührt werden.

Das oberfränkische Coburg hat im vergangenen Jahr die meisten Blitze in Deutschland angezogen. Der Karlsruher Blitz-Informationsdienst von Siemens (Blids) zählte dort 299 Blitze, das sind 6,39 Einschläge pro Quadratkilometer. Fast genauso oft wurde der Himmel im Landkreis Görlitz in Sachsen erleuchtet mit 5,89 Blitzen pro Quadratkilometer (4117 Blitze). Diese Zahlen gehen aus dem Blitz-Atlas hervor, der am Montag (21. Juli) in München veröffentlicht wurde. Insgesamt entluden sich im vergangenen Jahr knapp 550 000 Blitze über Deutschland.

Prinzipiell gilt: Im bergigen Süden Deutschlands schlägt der Blitz häufiger ein als im Norden. Allerdings können spezielle Großwetterlagen auch Landschaften im Norden hell erleuchten. So finden sich unter den Top Ten der blitzreichen Regionen 2013 nicht nur Kempten im Allgäu (5,24 Blitze) und Kaufbeuren (4,47) sondern auch Mühlheim an der Ruhr (5,14) und Kiel (4,47). Weitgehend verschont wurden dagegen der Landkreis Limburg-Weilburg mit lediglich 0,17 Blitzen pro Quadratkilometer sowie die Stadt Schweinfurt (0,20).