Berlin - Manchmal dauert es lange, bis ein Kassenpatient bei einem Facharzt einen Termin bekommt. Dabei kann er sich Unterstützung holen. Dafür kommen der Hausarzt und die Terminvermittlung der Krankenkasse in Frage.

Braucht ein Patient dringend einen Termin bei einem Facharzt, kann es helfen, seinen Hausarzt um Unterstützung zu bitten: "Gut ist, wenn die Hausarztpraxis beim Facharzt anruft und einen Termin vereinbart", sagt Michaela Schwabe von der Beratungsstelle Berlin der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD). Das gehe mit dem Verweis auf Dringlichkeit oft schneller, als wenn es der Patient selbst versucht.

Auch die Terminvermittlungen mancher großen Krankenkassen sind eine Möglichkeit. Der Nachteil: "In der Regel ist das kein Arzt, den ich mir aussuchen kann", erläutert Schwabe. Der Patient könne dort nur angeben, aus welcher Fachrichtung er einen Mediziner braucht, zum Beispiel einen Neurologen.

Nach einer aktuellen Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sind weniger als ein Drittel (30 Prozent) der Bundesbürger der Ansicht, dass eine zentrale Vergabestelle, wie sie die Bundesregierung plant, die Wartezeiten auf Arzttermine verkürzen könnte. Fast drei Viertel (72 Prozent) würden gern zu ihrem Wunscharzt gehen.

In einem medizinische Notfall darf eine Praxis einen Patienten grundsätzlich nicht vertrösten. "Ein Akutpatient hat den Anspruch darauf, am selben Tag oder zeitnah behandelt zu werden", sagt Schwabe. Das hänge im Einzelfall zwar von der Stärke der Beschwerden ab, aber der Betroffene sollte trotzdem hartnäckig bleiben. Wenn es sein Zustand erlaubt, geht er am besten direkt in die Praxis und bleibt solange, bis der Arzt ihn untersucht hat.

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