Gütersloh - Spitzen ins Knie sollen Schmerzen lindern und das Gelenk wieder beweglich machen. Doch eine Studie zeigt, dass diese Therapie gar nicht so sinnvoll ist wie gedacht. Auch Spiegelungen bringen demnach nicht den gewünschten Nutzen.

Die oft eingesetzten Spritzen und Spiegelungen bei Knieschmerzen sind einer Studie zufolge häufig wirkungslos. Für den "
Faktencheck Gesundheit" der Bertelsmann-Stiftung hatte das Harding-Zentrum für Risikokompetenz am Max-Planck-Institut in Berlin aktuelle Berichte analysiert.
Gelenkspiegelungen, Hyaluron- und Kortikoid-Injektionen zeigten demnach bei Arthrose nur einen sehr begrenzten Nutzen, hieß es in der am Montag (11. August) veröffentlichten Analyse. Risiken, die mit den Eingriffen verbunden sind, seien zudem oft unzureichend erforscht.


Arthrose sei die weltweit am meisten verbreitete Gelenkerkrankung, hieß es. In Deutschland sind demnach etwa jeder dritte Mann und jede zweite Frau über 60 Jahre von Knieschmerzen betroffen, häufig leiden sie an Arthrose. "Spritzen und Spiegelungen sind auf längere Sicht häufig wirkungslos", erklärte Professor Gerd Gigerenzer, Direktor des Harding-Zentrums. "Ihr Nutzen wird allzu oft überschätzt und die verbundenen Risiken, wie etwa Entzündungen, Schwellungen oder die Verletzung von Gefäßen ausgeblendet."

Die Studie empfiehlt, zunächst konservative Maßnahmen wie Abnehmen, gelenkschonende Aktivitäten, Physio-, Ergo- und physikalische Therapie.