Berlin - Krankenhäuser sind zuletzt immer wieder wegen angeblich mangelnder Hygiene in die Kritik geraten. Der Gemeinsame Bundesausschuss der Spitzenverbände im Gesundheitswesen stellt ihnen nun in seinem neuen Report ein positives Zeugnis aus.

Die Krankenhäuser in Deutschland arbeiten seit Jahren auf einem gleichbleibend hohen Qualitätsniveau. Zu diesem Ergebnis kommt der Qualitätsreport 2013 des Gemeinsamen Bundesausschusses der Spitzenverbände im Gesundheitswesen, der - zunächst in Auszügen - in Berlin vorgestellt wurde.

Probleme seien etwa bei der Geburtshilfe oder bei Brustoperationen festgestellt worden, sagte das Ausschussmitglied Regina Klakow-Franck. Bei Frühgeburten im Krankenhaus seien häufig keine Kinderärzte dabei, bei Brustkrebs werde zu häufig zu früh operiert. Mit auffälligen Krankenhäusern würden konkrete Zielvereinbarungen zur Behebung qualitativer Mängel getroffen.

Insgesamt sei die Qualitätssicherung in deutschen Krankenhäusern weltweit einzigartig, sagte der G-BA-Vorsitzende Josef Hecken. Im Erfassungsjahr sind demnach in 1557 Krankenhäusern mehr als 3,2 Millionen Datensätze erhoben worden.

Der Vertreter der Krankenhäuser im Ausschuss, Georg Baum, gab zu bedenken, dass kein anderer Bereich so viel kontrolliert werde wie der der Krankenhäuser. Er wies die auch im G-BA erhobene Kritik zurück, dass zu viele Hüftoperationen vorgenommen würden. Zum großen Teil handle es sich um Fälle, bei denen sich ältere Menschen vorher die Hüfte gebrochen hätten.

Der G-BA beschloss die Einrichtung einer neuen Stiftung für mehr Transparenz im Gesundheitswesen. Mit dem Beschluss sei auch die Basis zur Errichtung des "Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen" mit Sitz in Berlin geschaffen, sagte Hecken. Es solle den G-BA bei der Bewertung von Qualität in der medizinischen Versorgung unterstützen.

"Davon werden Versicherte und Patienten künftig profitieren", ergänzte der G-BA-Vorsitzende. Die Vorsitzende des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Doris Pfeiffer, unterstrich, dass künftig eine enge Zusammenarbeit der Stiftung und des Instituts mit dem G-BA notwendig sei.

Der G-BA ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland.