München - Rauchen in der Schwangerschaft kann Babys schädigen. Doch auch Männer sollten auf Zigaretten verzichten - und zwar schon lange vor der Zeugung des Nachwuchses.

Rauchende Männer erhöhen bei ihrem späteren Nachwuchs das Risiko für eine Asthma-Erkrankung - selbst wenn sie lange vor der Zeugung mit dem Laster aufhören. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der norwegischen Universität in Bergen, die am Montag (8. September) in München beim Internationalen Kongress Europäischer Lungenmediziner vorgestellt wurde. Demnach gilt: Je früher mit dem Rauchen begonnen wird, desto höher die Gefahr einer späteren Erkrankung an nicht allergischem Asthma. Jungen, die schon vor dem 15. Lebensjahr damit anfingen, verdreifachten das Risiko ihres Nachwuchses, sagte die Lungenexpertin Cecilie Svanes.

Die Forscher vermuten, dass die Spermien in einer bestimmten Entwicklungsphase besonders anfällig für Einflüsse schädlicher Stoffe sind. Doch auch wer erst später mit dem Rauchen beginnt, kann den Angaben zufolge seinen Kindern schaden, vor allem wenn er über einen sehr langen Zeitraum Zigaretten konsumiert. Wer vor der Zeugung mehr als zehn Jahre lang geraucht hat, erhöht demnach das Asthmarisiko seiner Kinder um 50 Prozent.

"Angesichts dieser Ergebnisse können wir davon ausgehen, dass die Belastung mit jeder Art von Luftverschmutzung, auch im Beruf, oder mit chemischer Belastung, Auswirkungen hat", sagte Svanes. Bei Frauen konnten die Experten keine Effekte des Rauchens vor der Empfängnis feststellen: Hier scheine sich der Tabakkonsum erst in der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind auszuwirken.

Für die Studie wurden die Rauchgewohnheiten von mehr als 13 000 Männern und Frauen über 20 Jahre hinweg abgefragt. Bei solchen Erhebungen besteht allerdings immer die Gefahr, dass Teilnehmer nicht wahrheitsgemäß antworten.