Berlin - Gicht kann zeitweise zu starken Schmerzen in den Gelenken führen. Ursache für die Stoffwechselerkrankung ist häufig eine falsche Ernährung. Eine Radikaldiät hilft da wenig. Besser ist es, bestimmte Lebensmittel zu reduzieren.

Gichtpatienten können mit einer unkomplizierten Ernährungsumstellung ihre Beschwerden lindern. Sie sollten nur auf Innereien, Ölsardinen und Bier komplett verzichten, sagte Rieke Alten im Vorfeld des 42.
Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh)(17. bis 20. September). Die Chefärztin der Abteilung Rheumatologie an der Schlosspark Klinik Berlin rät Betroffenen, keine fetten Mahlzeiten zu essen und keinen Alkohol zu trinken.


Bei der Stoffwechselerkrankung reichern sich infolge einer hohen Harnsäurekonzentration im Blut Harnsäurekristalle in Gelenken und Geweben an. Die Ablagerungen können dort zu akuten oder chronischen Entzündungen führen. Ziel der Gicht-Behandlung ist es deshalb, den Harnsäurespiegel dauerhaft auf unter sechs Milligramm pro Deziliter (mg/dl) abzusenken. Da Harnsäure durch den Abbau von Purinen entsteht, können Gichtpatienten eine erhöhte Konzentration im Blut außer durch harnsäuresenkende Medikamente auch über eine purinarme Ernährung in den Griff bekommen.

Gicht-Patienten können zwischen den Schüben relativ beschwerdefrei sein, erläutert Alten. Damit sich Betroffene dauerhaft an die Diät halten und der Harnsäurespiegel konstant niedrig gehalten wird, empfiehlt die Rheumatologin, auf nur wenige Lebensmittel wie Innereien und Bier komplett zu verzichten und andere "in Maßen" zu essen. Zu den purinhaltigen Lebensmitteln, die Patienten eher vermeiden sollten, zählen Hülsenfrüchte, Spinat, Brokkoli, Fruchtsäfte und Cola. Viel essen können sie von purinarmer Kost wie Mischbrot, Reis, Milch, Joghurt und Salat.

"Übergewicht ist ein Risikofaktor für die Entwicklung von Gicht", erklärt Alten. Deshalb rät sie bei Übergewicht unbedingt zum Abnehmen. Kleine sportliche Übungen wie Treppen steigen, Spazierengehen, Radfahren und Tanzen seien immer gut, um sich fit zu halten.