Frankfurt/Main - Kaffee und Süßigkeiten können schuld sein, aber Sodbrennen kann auch einen ernsthaften Auslöser haben. Schlucken Betroffene ständig und ohne ärztlichen Rat Medikamente gegen die Beschwerden, werden Erkrankungen möglicherweise zu spät erkannt.

Je länger ein Betroffener Protonenpumpenhemmer (PPI) gegen Sodbrennen nimmt, desto schwerer fällt es ihm, diese Medikamente wieder abzusetzen. Darauf weist Erika Fink von der Landesapothekerkammer Hessen hin. Die Medikamente verhindern die Bildung von Magensäure gänzlich. Wird nach dem Absetzen wieder die normale Menge produziert, könne der Betroffene das als unangenehm empfinden und greife wieder auf das Medikament zurück.

Die rezeptfreien PPIs wirken nicht direkt, sondern erst nach Stunden, ihre Wirkung hält dafür aber mindestens einen Tag lang an. Die Alternative sind sogenannte Magensäurebinder. Sie unterbinden die Bildung der Säure nicht, sondern neutralisieren sie im Magen nur. Diese Medikamente seien zur Behandlung von gelegentlichem Sodbrennen geeignet, erklärt die Präsidentin der Landesapothekerkammer.

Die dauerhafte, selbstständige Einnahme von Medikamenten gegen Sodbrennen kann noch eine negative Folge haben: Ist man beschwerdefrei, werden unter Umständen ernsthafte Erkrankungen lange Zeit nicht entdeckt, und diese seien dann eventuell nicht mehr heilbar, warnt Fink.

Sodbrennen wird von Magensäure ausgelöst. Der saure Mageninhalt klettert die Speiseröhre hinauf, manchmal erreicht er die Kehle. Ein geringer Anteil Salzsäure im Magen ist aber etwas Normales. Sie wird für die Verdauung und die Desinfektion des Mageninhalts benötigt. Die gesunde Magenschleimhaut wird nicht von der Säure angegriffen, die Speiseröhre hingegen schon.

In den meisten Fällen sei Sodbrennen aber harmlos. Auslöser können etwa sogenannte Säurelocker wie Kaffee, Alkohol, Süßigkeiten oder Gewürze sein. Auch einige Schmerzmittel sorgen für das Aufstoßen, genauso wie Stress. Es kann aber auch eine Fehlfunktion des Schließmuskels vorliegen, der den Magen von der Speiseröhre trennt. Fink rät, bei dauerhaftem Sodbrennen, das häufiger als zweimal wöchentlich auftritt, einen Arzt aufzusuchen.