Berlin - Die vergangene Grippesaison war ungewöhnlich schwach, die nächste könnte wieder stärker ausfallen. Experten raten deshalb ab sofort wieder zur Grippeschutzimpfung.

Gegen Grippe sollten sich jetzt vor allem ältere Menschen über 60 Jahre, Schwangere, Personen mit Grunderkrankungen wie Diabetes oder Asthma sowie medizinisches Personal impfen lassen. Dazu riefen Robert Koch-Institut, Paul-Ehrlich-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) am Dienstag (23. September) gemeinsam auf.

In all diesen Risikogruppen sei die Impfquote bisher zu niedrig, hieß es. "Während der Schwangerschaft ist die Immunabwehr weniger aktiv, so dass schwangere Frauen anfälliger für Infektionen sind und das Risiko für schwere Verläufe der Grippe steigt", ergänzte BZgA-Direktorin Elisabeth Pott.

Während der vergleichsweise leichten Grippewelle 2013/14 gingen nur 780 000 Menschen zusätzlich zum Arzt. In der starken Saison des Winters zuvor waren es zehnmal so viele Arztbesuche gewesen. Diese Schwankungen im Zwei-Jahres-Rhythmus seien häufig, hieß es.

Der beste Zeitraum zur Impfung ist Oktober und November. Der saisonale Impfstoff setzt sich stets aus Bestandteilen der aktuell weltweit zirkulierenden Virustypen zusammen - in diesem Jahr ist er identisch mit dem des Vorjahres. Trotzdem raten die Experten, sich erneut impfen zu lassen, weil der Schutz vermutlich nur eine Saison anhalte.