Berlin - Der erste bestätigte Ebola-Fall in den USA wirft auch für Deutschland wieder die Frage auf: Wie kann die Erkrankung bei der Einreise rechtzeitig erkannt werden?

Erstmals ist ein Fall des gefährlichen Ebolafiebers außerhalb Afrikas festgestellt worden: Der erkrankte Liberianer war am 20. September, noch völlig symptomfrei, nach Dallas geflogen. Zur
Situation in Deutschland drei Fragen an Lars Schaade, Vize-Präsident des Robert Koch-Instituts in Berlin.


Ist das Risiko für Deutschland größer geworden?


Schaade: Nein, an unserer Risikoeinschätzung hat sich durch den Fall in den USA nichts geändert. Wir schätzen es weiter gering ein. Allerdings ist es auch nicht ganz auszuschließen. Aber wir sind auf alles vorbereitet.

Welche Vorsichtsmaßnahmen werden getroffen, um Infizierte frühzeitig zu erkennen?


Schaade: Die WHO empfiehlt ein sogenanntes Exit-Screening an den Startflughäfen - und das wird auch durchgeführt. Nur wenn dies nicht erfolgen sollte, könnten die Passagiere auch am Ankunftsflughafen auf Symptome oder Fieber hin gescreent werden. Noch viel wichtiger ist aber, wie in Deutschland der Fall, den Passagieren aus den betroffenen Gebieten Infomaterial zu geben: Was sie tun müssen, wenn sie in den nächsten drei Wochen Symptome bekommen, die auf Ebola hindeuten können. Solange dauert nämlich die Inkubationszeit. Dann sollten sie - am besten nach telefonischer Voranmeldung - sofort einen Arzt aufsuchen.

Hält der den Verdacht für begründet, dann kommt der Betroffene vorsorglich auf eine Isolierstation bis die Diagnose feststeht - also kommt der Passagier aus einem gefährdeten Land, hatte Kontakt mit Ebola-Kranken oder -Toten, mit deren Körperflüssigkeiten oder kontaminierten Gegenständen, war aus anderen Gründen dort im Krankenhaus oder hat Kontakt mit Buschfleisch gehabt.

Was ist, wenn Menschen aus Westafrika nicht via Direktflug nach Deutschland kommen, sondern zwischenlanden und umsteigen?


Schaade: Auch Passagiere, die umsteigen, sollen mit Infomaterial versorgt werden.