Genf - Blut, Fäkalien und Erbrochenes von Erkrankten sind die Hauptinfektionsquellen für Ebola. Dass sich das Virus über die Luft ausbreiten könnte, ist laut Weltgesundheitsorganisation reine Spekulation. Wichtige Fragen und Antworten zum Thema.

Nach der Ebola-Infektion einer Pflegehelferin und weiteren Verdachtsfällen in Spanien wächst die Sorge vor einer Ausbreitung der Seuche in Europa. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt es jedoch weiterhin keine Hinweise darauf, dass sich das Virus über andere Wege als den direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines Erkrankten überträgt. Die wichtigsten Fakten:

Wer ist ansteckend?


Menschen, die sich mit dem Ebola-Virus infiziert haben, sind ansteckend, sobald sie erste Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Kopf-, Muskel- oder Halsschmerzen zeigen. Das bedeute umgekehrt, dass die Menschen die Krankheit in der Inkubationszeit nicht weitergeben können. Diese Zeitspanne liegt zwischen 2 und 21 Tagen.

Welche Körperflüssigkeiten übertragen das Virus?


Blut, Fäkalien und Erbrochenes von Patienten sind die am stärksten infektiösen Substanzen. Außerdem wurde das Virus in Muttermilch, Urin und Sperma nachgewiesen. Vor allem bei Patienten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium wurde das Virus zudem auch in Speichel und Tränen gefunden. Wenn eine männliche Person die Krankheit überlebt, hält sich das Virus bis zu 90 Tage im Sperma. Experten raten den Betroffenen deswegen dringend, Kondome zu verwenden.

Wie wird das Virus von einem Menschen auf einen anderen übertragen?


Das Virus gelangt durch die Schleimhäute in den Körper, beispielsweise durch Mund und Augen. Auch Wunden und Verletzungen sind mögliche Eintrittspunkte. Neben dem direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten besteht auch die Gefahr, sich durch kontaminierte Gegenstände zu infizieren, etwa durch Kleider von Erkrankten.

Kann das Virus über die Luft übertragen werden?


Eine Infektion mit dem Krankheitserreger durch kleine Tröpfchen in der Luft, die eingeatmet werden, ist weder bei der aktuellen Ebola-Epidemie noch bei früheren Ausbrüchen beobachtet worden, wie die WHO betont.

Gibt es Anzeichen dafür, dass das Virus mutiert?


Dass das Ebola-Virus mutieren und sich dann etwa durch die Luft verbreiten könnte, ist laut WHO eine Spekulation, für die es keinerlei Belege gibt.

Wie kann ich mich auf Reisen schützen?


Laut WHO ist das Risiko gering,
sich auf einer Reise in die betroffenen Länder anzustecken. Reisende sollten den körperlichen Kontakt zu Personen meiden, die mögliche Symptome zeigen. Außerdem rät die WHO dazu, sich regelmäßig die Hände zu Waschen und zu desinfizieren.

Marburg-Fieber: Hygieneregeln wie für Ebola
Reisende sollten in Uganda wegen eines Ausbruchs von Marburg-Fieber die gleichen Schutzmaßnahmen beachten wie in den von Ebola betroffenen Ländern Westafrikas. Das rät das Auswärtige Amt in seinem aktualisierten Reisehinweis. Das Marburg-Virus ist ähnlich tödlich wie Ebola. Mehrere Menschen in Uganda stehen in Verdacht, sich mit dem Erreger infiziert zu haben. Das Risiko einer Ansteckung für Reisende ist in dem ostafrikanischen Land zwar gering. Trotzdem sollten sich Touristen von lokalen Krankenhäusern fernhalten, kein Wildfleisch essen, keine kranken Menschen berühren und den Kontakt mit durch Körperflüssigkeit verschmutzten Objekten vermeiden.