Berlin - Viele sprühen es sich morgens unter die Achseln: Doch Deos mit Aluminium sind in den Verdacht geraten, krank zu machen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht Forschungsbedarf.

Der Einsatz von Aluminium gegen Achselschweiß sollte nach Expertenmeinung vorsichtshalber reduziert werden. Fachleute des Bundesinstituts für Risikobewertung sehen weiteren Forschungsbedarf, da auch über Langzeitwirkungen des Stoffes im menschlichen Körper noch zu wenig bekannt ist. Auch in anderen Kosmetika, Lebensmittelverpackungen und Zahnpasta kommt das Leichtmetall vor.

"Wer sich jahrzehntelang ein Anti-Transpirant mit Aluminium unter die Achseln sprüht, sollte das nicht unterschätzen", sagte die BfR-Expertin Ariane Lenzner. Vermutlich sei bei einem Teil der Bevölkerung nämlich allein über die Nahrungsmittelaufnahme die tolerierbare Aluminiummenge bereits erreicht. Die Bundesbehörde veranalstaltete ein Expertenforum (26./27. November), bei dem auch mögliche Zusammenhänge mit Alzheimer und Brustkrebs diskutiert werden.

"Wissenschaftlich ist noch kein eindeutiger Zusammenhang zwischen Aluminiumaufnahme und Morbus Alzheimer oder Brustkrebs belegt", sagte Lenzner. Aber erwiesen ist laut BfR, dass hohe Aluminiummengen beim Menschen Nerven und beim Tier den Nachwuchs schädigen können. Forscher aus Australien und Großbritannien stellen zum eventuellen Brustkrebs- und Alzheimerrisiko durch Aluminium in Berlin Arbeiten vor.

Derzeit empfiehlt das BfR in Anlehnung an die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, dass ein Erwachsener pro Woche nicht mehr als ein Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen sollte (TWI). Derzeit gehen die Experten davon aus, dass diese Menge bereits beim einmaligen Benutzen eines Alu-haltigen Anti-Transpirants erreicht werden könnte. Allerdings ist die Datengrundlage dafür noch sehr klein. "Es fehlen Daten über die tatsächlichen Aufnahmemengen von Aluminium über die Haut", so der BfR-Präsident Prof. Andreas Hensel. Eine großangelegte Studie der Kosmetikindustrie soll künftig Klarheit bringen.

Auch im Trinkwasser, diversen Gemüsesorten, Teeblättern und Gewürzen ist Aluminium enthalten, außerdem wird es über Nahrungszusatzstoffe oder Verpackungsmaterial wie Alufolie aufgenommen. Auch in manchen Lidschatten, Lippenstiften oder Cremes kommt es vor. Gesunde Menschen scheiden Aluminium mit dem Urin aus, aber im Laufe des Lebens reichert sich das Leichtmetall auch in Lungen und Skelettsystem an.