Hannover - Wer im Winter ohne Mütze unterwegs ist, wird von Freunden oder der Familie oft ermahnt: Eine Kopfbedeckung sei bei Kälte wichtig, weil über den Kopf besonders viel Körperwärme verloren gehe. Aber stimmt das eigentlich?

"Der Wärmeverlust über den Kopf ist überproportional, weil er nicht komplett durch Kleidung bedeckt wird", sagt Prof. Erika Baum, Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (Degam). Dennoch gehe über den Kopf nicht der Großteil der Wärme verloren - dazu sei die Fläche zu klein. Nur bei Säuglingen und Kleinkindern sei der Anteil deutlich größer, weil deren Kopf im Vergleich zum Körper ebenfalls größer sei.

Kopf, Gesicht und Brust seien temperaturempfindlicher als andere Körperregionen, sagt Michael-Ulrich Brehm von der Medizinischen Hochschule Hannover. Dadurch entstehe ein Eindruck, von dem sich viele täuschen lassen: Nämlich der, dass Mütze, Kapuze und Co. in besonderem Maße vor Temperaturverlust schützen.