Wiesbaden - Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Sorge macht den Medizinern vor allem der Lungenkrebs - er nimmt bei Frauen erheblich zu. Schuld ist vor allem das Rauchen.

Jeder Vierte in Deutschland stirbt an Krebs, doch die meisten Patienten im höheren Alter. Das durchschnittliche Sterbealter bei Krebserkrankten steigt seit Jahren an, wie das Statistische Bundesamt am Montag (2. Februar) in Wiesbaden berichtete: "Im Jahr 2013 erreichte es mit 73,4 Jahren den bisher höchsten gemessenen Wert." Der Zahl der Krebstoten, die über 85 Jahre alt waren, lag bei 17 Prozent - vor etwa 30 Jahren waren es 8 Prozent gewesen.

Sorgen macht Medizinern vor allem der Lungenkrebs, der bei Frauen in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat. Eine wesentliche Ursache dafür ist das Rauchen. Am 4. Februar ist Weltkrebstag.

"Die Menschen leben immer länger mit ihrem Krebs", sagte der Geschäftsführer der
Deutschen Krebsgesellschaft, Johannes Bruns. Hauptgrund seien bessere Behandlungsmöglichkeiten mit verschiedenen Modulen wie Operation, Bestrahlung und Medikamenten. Bei Darmkrebs etwa habe sich die Überlebenszeit in den vergangenen zehn, zwölf Jahren mehr als verdoppelt.


Mit 223 842 Sterbefällen im Jahr 2013 bleibt Krebs nach Herz-Kreislauferkrankungen die
zweithäufigste Todesursache. Die häufigste Krebsart mit Todesfolge waren bei Männern bösartige Neubildungen der Verdauungsorgane (38 987 Tote, durchschnittliches Sterbealter 72,5 Jahre). Danach folgten Lungen- und Bronchialkrebs (30 962 Sterbefälle, durchschnittliches Sterbealter 70,9 Jahre).


Auch bei Frauen dominierten Tumore in den Verdauungsorganen - noch vor Brustkrebs. Darmkrebs und verwandte Krankheiten töteten 31 012 Frauen. Sie waren im Durchschnitt 76,8 Jahre alt - mehr als vier Jahre älter als Männer mit der gleichen Krankheit. An zweiter Stelle liegt Brustkrebs (17 853 Sterbefälle, durchschnittliches Sterbealter 72,6 Jahre).

"Den stärksten Anstieg krebsbedingter Sterbefälle von Frauen gab es in den letzten 30 Jahren mit plus 180 Prozent bei Lungen- und Bronchialkrebs", berichteten die Wiesbadener Statistiker. 1983 starben daran 5491 Frauen, 2013 waren es bereits 15 370. "Diese Krebsform steht in engem Zusammenhang mit dem Rauchen", erklärte Statistik-Experte Thomas Graf. Die höchste Zuwachsrate bei Männern gab es in diesem Zeitraum bei Leber- und Gallenkrebs: plus 152 Prozent von 1981 auf 5000 Sterbefälle.

Die Daten basieren allein auf den Totenscheinen. Für die Deutsche Krebsgesellschaft enthält die Statistik "eine große Unschärfe". Die Totenscheine würden oft von Not- oder Bereitschaftsärzten ausgefüllt, die den Patienten nicht kennen und daher nur die unmittelbare Todesursache wie Herz-/Kreislaufversagen und nicht die Vorerkrankung Krebs eintragen. "Aber die Tendenz stimmt", sagte Bruns.