Bonn - Nach all den Schlemmereien im Winter ist Fasten eine Wohltat für Körper und Seele. Wer eine solche Kur möglichst beschwerdefrei absolvieren will, sollte aber einige Regeln beachten.

Im Winter wird oft im Übermaß genascht und geschlemmt. Doch manchen ist es irgendwann zu viel. Sie entscheiden sich bewusst für eine Auszeit - und fasten. Die einen tun das aus gesundheitlichen Gründen. Andere verzichten in der nach Aschermittwoch (18. Februar) beginnenden Fastenzeit aus eher religiösen Motiven auf Genussmittel. Ein Überblick mit Fragen und Antworten rund ums Thema:

Was ist Fasten?


"Fasten ist der bewusste und freiwillige Verzicht auf Nahrung und Alkohol über einen begrenzten Zeitraum", sagt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Üblicherweise fastet man zwischen fünf und zehn Tagen. Länger kann es gefährlich sein, und ohne ärztliche Begleitung sollte man es keinesfalls tun. "Fasten kann aber auch bedeuten, dass man freiwillig für eine Zeit lang lediglich bestimmte Nahrungsmittel wie etwa Süßigkeiten oder Fleisch weglässt", erklärt Allgemeinmediziner Hans-Michael Mühlenfeld aus Bremen.

Wer kann fasten?


"Prinzipiell kann jeder gesunde Erwachsene fasten", sagt Gahl. Wer zum ersten Mal fastet, sollte sich einer Fastengruppe anschließen, rät Günther Gunzelmann vom Berufsverband Fasten und Ernährung. Der Vorteil: Die Teilnehmer unterstützen sich gegenseitig mental, falls der Wille zum Durchhalten leidet.

Und wer sollte es bleiben lassen?


Vom Fasten absehen sollten Schwangere, Stillende sowie Kinder und Heranwachsende unter 14 Jahren. "Auch diejenigen, die eine schwere Infektionskrankheit wie etwa eine Bronchitis gerade hinter sich haben, sollten tunlichst aufs Fasten verzichten", empfiehlt Gunzelmann. Wer regelmäßig Medikamente nimmt, spricht idealerweise in jedem Fall vor dem Fasten mit seinem Hausarzt. Das gilt vor allem für jene, die unter Bluthochdruck, Diabetes oder unter bestimmten Herzkrankheiten leiden.

Wie wird gefastet?


"Am populärsten ist die Methode nach Buchinger", sagt Mühlenfeld. Diese Kur ist nach ihrem Erfinder Dr. Otto Buchinger benannt. Zunächst steht eine gründliche Darmreinigung mit Einläufen an. Dann wird fünf bis zehn Tage lang keine feste Nahrung zu sich genommen, es gibt nur Flüssiges. Über Gemüsebrühe bekommt der Körper wichtige Mineralstoffe, über Obstsaft Vitamine. "Wer länger als zehn Tage nach dieser Methode fastet, sollte dies unbedingt in einer Klinik tun", so Gunzelmann.

Ebenfalls bekannt ist die sogenannte Schroth-Kur. Der Name geht auf den Erfinder, Johann Schroth, zurück. Zu essen gibt es Getreidebrei mit Pflaumen und Aprikosen. Daneben steht gedünstetes Gemüse auf dem Speiseplan. Schwitzkuren mit feuchten Umschlägen regen die Ausscheidung an. Die Kur besteht aus Trinktagen und Tagen, an denen es kaum Flüssiges gibt. An den Trinktagen werden die Substanzen, die sich im Körper angestaut haben, ausgeschieden.

Wie bereitet man sich auf das Fasten am besten vor?


"Möglichst sollte man schon ein paar Tage vor der Kur weniger essen als sonst", empfiehlt Gunzelmann. Dann ist die Umstellung für den Körper nicht zu radikal. Der ideale Zeitpunkt für eine Fastenkur sind aus Sicht von Gunzelmann Urlaubszeiten: Dann sind Körper und Geist im Ruhezustand. Nach dem Fasten ist es wichtig, in kleinen Schritten zur gewohnten Nahrung zurückzukehren.