Berlin - Zuerst fühlt es sich an wie eine Erkältung, dann breitet sich der rote Ausschlag über den ganzen Körper aus: In Deutschland grassieren die Masern. In Einzelfällen kann die Krankheit lebensbedrohlich sein. Experten empfehlen, den Impfschutz zu prüfen.

Eltern sollten angesichts der Masernwelle sowohl den eigenen Impfschutz als auch den ihrer Kinder prüfen lassen. Darauf weist der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hin. Nur wer zweimal geimpft wurde, ist gegen das Virus immun.

Wer sich unsicher ist, fragt am besten bei seinem Arzt nach. Im Zweifel sollte man sich lieber einmal zu viel piksen lassen, rät Kinderarzt Ulrich Fegeler vom BVKJ. Eine überschüssige Impfdosis schade nicht. Nur bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem ist Vorsicht geboten, da der Masernimpfstoff lebende Erreger enthält und daher eine besondere Belastung für die Abwehrkräfte darstellt.

Eigentlich sollte die Krankheit in Deutschland bis zu diesem Jahr so gut wie ausgerottet sein. In Berlin, Leipzig und Schleswig-Holstein aber ereignet sich derzeit ein Masernausbruch. Grund für die hohen Infektionsraten sind laut Robert Koch-Institut (RKI) Impflücken in der Bevölkerung. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt daher auch Jugendlichen und Erwachsenen, ihren Masernschutz zu prüfen und die Immunisierung gegebenenfalls nachzuholen.

Normalerweise wird die Impfung in Kombination mit Mumps und Röteln verabreicht. Säuglinge können erst ab dem Alter von elf Monaten immunisiert werden. Da eine Masernerkrankung im ersten Lebensjahr besonders gefährlich ist, sollten die Mutter und enge Kontaktpersonen unbedingt geimpft sein, betont Kinderarzt Fegeler. Im Idealfall erfolgt die zweite Impfung im Alter von 15 bis 23 Monaten.

Wer nicht geimpft ist, steckt sich bei Kontakt mit dem Virus mit fast hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit an. Masern verbreiten sich über Tröpfcheninfektion und durch den Kontakt mit virenhaltigen Körperflüssigkeiten. Hohes Fieber und der typische Ausschlag sind die häufigsten Symptome, es kann aber auch zu lebensbedrohlichen Lungen- oder Gehirnentzündungen kommen.