München - Die Grippewelle breitet sich aus - für eine Impfung ist es jetzt zu spät. Ohnehin bietet die in diesem Jahr keinen optimalen Schutz. Was können Betroffene tun, um andere nicht anzustecken?

Es ist eigentlich zu spät, sich angesichts der Grippewelle jetzt noch impfen zu lassen. Denn bis der Impfstoff wirkt, dauert es 10 bis 14 Tage, erklärt Prof. Thomas Löscher vom
Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Nur Risikogruppen wie chronisch Kranken, Älteren, Schwangeren oder medizinischem Personal empfiehlt er, die Impfung nachzuholen. Allerdings hat sich der Grippe-Erreger verändert, so dass man durch eine Impfung ohnehin nicht optimal geschützt ist. Auch wer geimpft ist, kann also sich und andere anstecken. Was können Betroffene dann tun, um andere nicht anzustecken? Mit ein paar Tricks behält man seine Viren für sich und schützt andere, erklärt Löscher:


Zu Hause bleiben:Wer Grippe hat, gehört nicht in den Kindergarten, in die Schule oder auf die Arbeit. "Das hat nichts mit blaumachen zu tun, sondern ist verantwortungsvoll", betont Prof. Löscher. So schone man sich selbst und schütze andere davor, sich anzustecken.


Gute Manieren:Sich beim Husten oder Niesen abzuwenden und sich im besten Fall ein Einwegtaschentuch vor Mund oder Nase zu halten, hat nicht bloß etwas mit gutem Benehmen zu tun. Man schützt auch andere vor Tröpfcheninfektion, betont Prof. Löscher.


Erreger nicht verteilen:Häufiges und regelmäßiges Händewaschen schützt einen selbst vor Grippe-Erregern, erklärt Löscher. Es verhindere aber auch, dass man sie nicht überall verteilt und andere ansteckt. Desinfektionsmittel hält der Experte für den Privatgebrauch für übertrieben, normale Seife reiche aus.


Flächen abwischen:Grippe-Viren halten sich im schlimmsten Fall ein bis zwei Tage, zum Beispiel auf Türklinken oder Tischen. Regelmäßig die Flächen abwischen oder desinfizieren kann also Ansteckungen vorbeugen.


Frische Luft:Frische Luft verbessert die Luftfeuchtigkeit - das ist gut für die Atemwege des Kranken. Regelmäßiges Lüften sorgt laut Prof. Löscher aber auch dafür, dass etwa hereinkommende Angehörige weniger Viren abbekommen.